Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


US-Bestandsdaten gut für Heizölpreis

Die OPEC-Entscheidung, den Ölausstoß um 0,5 Mio. Barrel pro Tag zu erhöhen, ließ die Märkte kalt. Für etwas Entspannung sorgten die aktuellen Zahlen aus den US-Tanklagern. Sie dämpfen Befürchtungen um einen Lieferengpass bei Heizöl. Der Vorrat erhöht sich seit Anfang Mai stetig. Der Dollar verlor gestern leicht an Wert. Er bleibt aber in einem stabilen Aufwärtstrend.

Am Ölausstoß der OPEC wird sich nichts ändern. Die Anhebung der Quote auf 28 Mio. Barrel pro Tag ist lediglich kalkulatorischer Natur. De facto werden schon lange ca. 30 Mio. Barrel täglich geliefert. Die OPEC behält sich eine weitere Erhöhung um abermals 0,5 Mio. Barrel vor. Doch auch diese bringt die Börsianer nicht in Verzückung. Die Statements des gestrigen Treffens wurden in vollem Umfang erwartet.

Die Daten über die US-Vorräte zeigten einmal mehr eine Divergenz der beiden berichtenden Organisationen. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) finden keine gemeinsame Linie. Das API verliert dabei an Glaubwürdigkeit. Die Daten i.E.:

Rohöl: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe beträgt der Abbau 0,2 (DOE) bzw. 2,5 (API) Mio. Barrel. Die Importe entwickelten sich positiv. Sie liegen über Vorjahresniveau. Die Raffinerieverfügbarkeit konnte gegenüber der letzten Woche noch einmal gesteigert werden. Sie ist fast sensationell hoch.

Die hohe Verfügbarkeit kommt besonders den Heizölvorräten zu Gute. Diese finden langsam aus dem tiefen Tal heraus. Damit werden die schlimmsten Szenarien über Lieferengpässe zum Winter in Frage gestellt. Der Aufwärtsdrang der Heizölpreise stockt.

Der Chart für US-Heizöl zeigt ein doppeltes Top. Allgemein wird diese Figur als Zeichen fallender Preise angesehen. Natürlich sind solche Interpretationen nahe der ?Kaffeesatzleserei?. Aber immerhin gibt es nun eine fundamental nachvollziehbare Begründung für die Entwicklung.

Dem Dollar trauen Devisenexperten eine weitere Steigerung zu, obwohl diese aus den Wirtschaftsdaten der USA nur schwer ableitbar ist. Der Trend spricht aber eine deutliche Sprache gegen die Wünsche deutscher Heizölverbraucher.

Der Gasölpreis sinkt heute Morgen. Die Tonne kostet 515,50$. Der Preis liegt unter der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise geben nach. Da der Dollar gestern schwach war, können sie von der freundlichen Entwicklung in den US-Heizöllagern profitieren. Für eine Gegenreaktion der internationalen Preise gibt es nun gute Gründe. Diese wird hierzulande, eine weitere Teuerung des Dollars vorausgesetzt, für eine Beruhigung auf oder etwas unter dem aktuellen Preisniveau sorgen. Da ein preislich heißer Herbst nach wie vor zu befürchten ist, empfiehlt es sich, Kaufmomente aus der Bewegung der kommenden Tage herauszusuchen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen