Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


US-Bestandsdaten wieder schlecht

Die Preise sinken nicht. Die sich abzeichnende Neuauflage einer Abwärtswelle findet nicht statt. Die aktuelle Versorgungssituation ist nicht so überzeugend, wie man sich das in den letzten Wochen vorstellte. Sichtbar wird das an rasant sinkenden Heizölvorräten in den USA. Der Dollar bleibt wegen der nachlassenden US-Konjunkturstärke und des damit verbundenen Rückgangs der Inflationsgefahr relativ schwach. Er befindet sich weiterhin im unteren Bereich eines Seitwärtstrends.

Die Bekanntgabe der US-Vorratsdaten brachte eine negative Überraschung. Gerechnet wurde mit einer leichten Verbesserung der Situation. Herausgekommen ist eine deutliche Verschlechterung. Das jedenfalls gibt das DOE (Department of Energy) zu Protokoll. Anders lesen sich die Zahlen des API (American Petroleum Institute). Auf Grund eines hohen Rohölzuflusses zeichnen sie ein positiveres Bild. Einig sind sich die Datensammler darin, dass der Heizölvorrat wieder gefallen ist und das durchaus deutlich. Mittlerweile hat der seit sechs Wochen andauernde Abfluss ein für die Jahreszeit ungewöhnlich scharfes Maß angenommen. Diese Tatsache brachte dem Markt gestern einen bullischen Impuls. I.E. lauten die Vorratsdaten wie folgt:

Rohöl: +1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,0 (DOE) bzw. ein Aufbau von 3,0 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen geringfügig unter den Zahlen der Vorwoche und des Vorjahres. Die Raffinerieverfügbarkeit ist wieder auf 87 Prozent gefallen. Der Wert ist für eine reibungslose Versorgung zu gering. Hier haben die USA und damit die Welt ein latentes Problem. Der stetige Rückgang der Produktvorräte bringt das zu Tage.

Die Heizölbestände sind gegenüber ihrer Spitze im September um fast 15 Prozent zurückgegangen. Das ist für eine Phase außerhalb des Winters sehr viel. Gleichwohl bleiben die Vorräte auf einem jahreszeitlichen Spitzenniveau. Den bullischen Impuls löst mehr der Trend als die absolute Höhe aus.

Unterstützend wirkt dabei ein Prognosewechsel der Wetterämter. Während zuletzt von hohen Temperaturen in den kommenden Tagen und Wochen und von einem milden Winterverlauf die Rede war, wurde gestern eine nahende Kaltfront angekündigt. Langfristige Wetterprognosen finden gegen ihren nachgewiesenen Unsinn im Börsengeschehen erstaunlicherweise Gehör. Ihr Einfluss hält bis zur nächsten Vorhersage.

Ein zielgerichtetes Drosseln der Lieferungen gelingt der OPEC nicht. Daher ist sie bemüht, durch entsprechende Stellungsnahmen einen weiteren Preisrückgang zu verhindern. Stimmungs- und Absichtserklärungen verfehlen an Tagen, an denen Börsianer verunsichert sind, ihre Wirkung nicht. Gestern hieß es aus OPEC-Kreisen, die Preise seien zu tief. Das wurde dann ebenfalls als bullisches Signal verstanden.

Insgesamt zeigt sich abermals, dass die Preise wahrscheinlich sehr nahe an ihrem Gleichgewichtsniveau sind. Die Marke von 60 $ pro Barrel Rohöl aus den USA und aus der Nordsee bleibt der aktuelle Referenzpunkt. Abweichungen von dieser Referenz bedürfen eines schlagkräftigen Arguments. Ein solches liegt z.Z. nicht vor. Heute wird Rohöl bei 58,68 $ (WTI) bzw. 60,46 $ (Brent) gehandelt.

Gasöl kostet heute Morgen 531,25 $ pro Tonne. Das ist deutlich mehr als gestern früh. Eine klare Tendenz zu steigenden Preisen ist allerdings nicht zu erkennen.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Sie folgen dabei dem Weltmarkt. Die Bewegung nimmt die Klarheit aus dem abwärtsgerichteten Trend der Inlandspreise. Das stimmt nach unserer Einschätzung besser mit der fundamentalen Lage überein. Die Wahrscheinlichkeit eines seitwärts gerichteten Preisverlaufs in den kommenden Wochen ist hoch. Wir weisen erneut darauf hin, dass die MwSt.-Erhöhung zum Zeitpunkt der Lieferung und nicht zum Zeitpunkt der Bestellung greift. Daher wird sie bereits im Dezember in die Heizölpreise eingehen. Denn Lieferungen dauern momentan zwei bis drei Wochen.

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