Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


US-Bestandsdaten zeigen Raffinerieschwäche

Gestern zogen die Preise als Reaktion auf die US-Bestandsdaten an. Die Zahlen offenbarten erneut unzureichende Raffineriekapazitäten. Z.Z. sinkt der Benzinvorrat sehr schnell. Die Preise für Rohöl und Heizöl folgen den Benzinpreisen. Damit setzt sich der allgemeine Aufwärtstrend fort. Der Dollar verlor weiter an Wert. Er befindet sich im Abwärtstrend.

Die Raffinerieschwäche und das Benzinproblem treffen den Markt nicht überraschend. Analysten wiesen bereits vor Monaten auf ein mögliches Benzinloch in den USA hin. Seinen Höhepunkt sollte es im Sommer haben. Ursächlich ist u.a. das Verbot von MTBE als Antiklopfmittel. Ersatzstoffe stehen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Die unzureichende Raffineriekapazität liegt über dem Markt, seit er zu seinem langfristigen Aufwärtstrend angetreten ist. Der Mangel wird auf unbestimmte Zeit fortbestehen. Dabei fehlt nicht nur allgemeine Kapazität sondern auch spezifische. Viele Staaten verlangen mittlerweile hochwertig gesäuberte Kraftstoffe. Die Zahl der Raffinerien, die diese Kraftstoffe herstellen können, ist relativ gering. Damit verschärft sich die Raffinerieproblematik in diesem Jahr. Sorgenvoll blickt man bereits heute auf die nächste Hurrikansaison. Sollte sie erneut zu dramatischen Raffinerieabschaltungen führen, würden die Preise auf bisher unbekannte temporäre Höhenflüge gehen.

Dass die Welt in den kommenden Jahren immer mehr Kraft- und Brennstoffe benötigt, bezweifelt niemand. Das gedrosselte aber solide weltweite Wachstum ist ein sicheres Indiz dafür. Noch ist nicht erkennbar, dass der Aufbau von Raffineriekapazitäten dem Nachfragewachstum das Wasser reichen kann. Aber selbst wenn es so wäre, muss befürchtet werden, dass das Erdklima das Abgaswachstum nicht aushielte. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird mit Hochdruck an der Nutzung von Kraft- und Brennstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen gearbeitet. Hier stellt sich weniger die Frage nach der gesamten Verfügbarkeit sondern eher nach der Geschwindigkeit, mit der die Arbeiten vorangehen.

In die aktuelle Preisbildung fließt das Zukunftsthema kaum ein. Sie wird vielmehr aus sehr kurzfristigen Gegebenheiten gespeist. Z.B. aus dem zitierten Rückgang der wöchentlichen US-Lagerbestände. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) legten gestern folgende Zahlen vor:

Rohöl: +2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)

Die API-Zahlen werden als weniger vertrauensvoll angesehen und ignoriert. In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,9 (DOE) bzw. ein Aufbau von 3,0 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind zurückgegangen. Die Raffinerieverfügbarkeit ist wieder auf 87 Prozent gesunken. Der Wert offenbart das große Problem, das die USA seit der letzten Hurrikansaison haben. In Europa beträgt die Verfügbarkeit über 97 Prozent.

Neben der Raffinerieproblematik geraten die Preise immer wieder unter bullisch wirkenden geopolitischen Einfluss. Die Themenliste hat einiges zu bieten: Atomstreit mit dem Iran, Rebellenkrieg in Nigeria, linkspolitische Einflussnahme des Präsidenten von Venezuela Hugo Chavez, Bürgerkrieg im Irak, latente Terrorgefahr insbesondere im Nahen Osten.

Charttechnisch befinden sich die Preise im Aufwärtstrend. Einige Analysten rechnen in Kürze mit neuen Höchstwerten. Heute Morgen zieht der Gasölpreis an. Die Tonne kostet 585,25 $.

Unsere Heizölpreise steigen geringfügig. Der schwache Dollar hält den Preiseinfluss vom Weltmarkt flach. Die Aussichten sehen wenig verbraucherfreundlich aus. In den kommenden Wochen sind höhere Preise sehr wahrscheinlich. Wir halten einen Kauf trotz der aktuell nicht attraktiven Preise für angebracht.

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