Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


US-Notenbank treibt Heizölpreise

Internationaler Markt

Die Veröffentlichung der US-Lagerbestände verlief für die deutschen Heizölverbraucher gut. In der Gesamtschau wirkten sie sich auf die Ölpreise preisdrückend aus. Insbesondere der Aufbau der Rohölbestände dominierte den Gesamteindruck. Auch die aktuellen Wirtschaftsdaten wirkten eher preisdrückend. Am Nachmittag hatte die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung bekannt gegeben und ebenfalls das Engagement in Öl nicht befördert.

Der Euro, der zuletzt mit der Marke von 1,30 Dollar geflirtet hatte, musste gestern ordentlich Federn lassen und fiel auf 1,28 Dollar. Allem Unken zum Trotz erklärte die Fed-Chefin, Janet Yellen, dass die US-Notenbank an der Reduzierung der Anleihekäufe festhält und senkte das Programm um 10 Mrd. Dollar auf 15 Mrd. pro Monat. Das ist natürlich immer noch ein sogenanntes Konjunkturprogramm, verglichen mit der Vergangenheit aber nur noch ein kleines. Das Ziel, im Oktober die Anleihekäufe ganz zu beenden, bleibt fest im Visier. Ebenso hielt die Notenbank an ihrem Plan fest, im nächsten Jahr die Zinsen zu erhöhen. Dabei wurde das Ziel von 1,125 Prozent auf 1,375 Prozent angehoben. Zurzeit verlangt die US-Notenbank 0 bis 0,25 Prozent Zinsen. Viele Marktbeobachter rechnen allerdings erst Mitte 2015 mit der Zinswende. Dann soll sie aber verstärkt kommen. Für den Rest des Jahres hieße dies relative Ruhe am Devisenmarkt, wenn da nicht der EZB-Chef, Mario Draghi, wäre, der nun seinerseits eine ultrabillige Geldpolitik verfolgen würde. Die ultrabillige Geldpolitik steht in der Kritik, Blasen an den Märkten zu schaffen und zu unterstützen. Für den Euro bedeutet das Ende des billigen Dollar eine Schwächung, die von der Politik der eigenen Zentralbank verstärkt wird. Wir sehen diese Politik aus dem bereits genannten Grund ebenfalls kritisch. Außerdem betreibt die US-Notenbank diese Politik seit 2008. Dass im Jahr 2014 eine wirtschaftliche Erholung zu erkennen ist, lässt sich praktisch nicht auf die Geldpolitik zurückführen. Sie erscheint somit unnötig gefährlich und wirkungslos.

Charttechnisch kündigte sich bereits vor Veröffentlichung der US-Bestandsdaten eine Abwärtsbewegung auf den Ölmärkten an. Nachdem die Notierungen zweimal an einer Widerstandslinie scheiterten, zeichnete sich eine sogenannte M-Formation ab, die häufig Auslöser einer Bewegung nach unten ist. Als dann noch die US-Bestände preisdrückend wirkten, gaben die Ölnotierungen nach. Die anderen Indikatoren zeigen nun ein eher neutrales Bild.

Die wöchentliche Veröffentlichung der US-Ölbestände ließ, wie eben beschrieben, die Ölpreise fallen. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die US-Bestandsdaten zuständigen Institutionen, legten folgende Zahlen zur Veränderung der Bestände gegenüber der Vorwoche vor:

Rohöl: +3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,4 (DOE) bzw. ein Aufbau von 3,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank auf immer noch gute 93 Prozent. Die Meldungen von DOE und API deckten sich im Großen und Ganzen. Außerdem waren die Abbauten beim Benzin wegen der verringerten Raffinerieauslastung gering, der Aufbau beim Rohöl aber deutlich.

Heute Morgen setzen die Märkte ihre Entwicklung von gestern im geringen Maße fort. Im Vergleich zu gestern Morgen kostet die Tonne Gasöl aktuell 830,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,77 Dollar und in London zu 98,39 Dollar gehandelt. Der Euro verliert heute Morgen nur noch wenig gegenüber dem US-Dollar und steht bei 1,2858 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen an. Gestern wurden sie vom Anstieg des Dollars angetrieben. Der US-Notenbank-Chefin, Janet Yellen, ist es gelungen, eine eindrucksvolle vertrauensstiftende Präsentation hinzulegen. Der Abgang der Ölnotierungen konnte dem nichts entgegensetzen. Glücklicherweise ist die aufkeimende preistreibende Stimmung an den Ölmärkten des Vortages wieder zunichte gemacht worden.

Die deutschen Heizölkunden haben den Anstieg gestern bemerkt und hielten kurz inne. Dennoch wird mehrheitlich gekauft. Gemessen an den politischen und militärischen Gefahren, die zurzeit weltweit bestehen, ist dies auf diesem Preisniveau auch nicht verwunderlich. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für sehr gut halten.

Unsere Leser stimmten mehrheitlich für sinkende Heizölpreise. Allerdings ist der Wert von 74 Prozent auf 59 Prozent gefallen. Das ist ein äußerst pessimistischer Wert und wir interpretieren ihn beinahe um. Man könnte es so zusammenfassen, dass die Stimmung zur Heizölpreis-Entwicklung schlecht ist. Normalerweise ist die Hoffnung auf niedrigere Heizölpreise derer größer, die mit dem Heizölkauf warten. Das ist ja schließlich das Ziel des Abwartens.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Bei steigenden Heizölpreisen wird nur bei vorher sehr niedrigen Preisen ein mathematisches Signal erreicht. Viele Kunden beurteilen die Preise sinnvollerweise im wirtschaftlichen und politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich weiterhin schwach aufwärts. Leider hat der letzte Preisanstieg diesen Aufwärtstrend bestätigt. Mittelfristig bewegt sich der Heizölpreis innerhalb des leichten Abwärtstrends aufwärts. Hier besteht die Gefahr, dass auch er kippt. Seit Januar 2014 bewegt sich der Heizölpreis im Vergleich zur Dynamik der Vorjahre nur sehr wenig. Dies führt dazu, dass die Trends nur sehr schwach sind. Deswegen sind sie weniger aussagekräftig als zuvor. Es bleibt festzuhalten, dass der aktuelle Heizölpreis deutlich günstiger ist als in den letzten drei Jahren.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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