Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


US-Verbrauch runter, Ölpreis rauf

Es gibt gute Gründe, die die Ölpreise in den Keller schicken können. Und es gibt starke Interessen, die die Ölpreise steigen lassen. Die einen werden ignoriert. Die anderen werden kaschiert. Wenn es um die Ölpreisentwicklung geht, wird konstruiert, manipuliert, uminterpretiert und schwadroniert. Genaue Fakten kennt niemand. Das ist die Grundlage zur Legendenbildung. Da ist beispielsweise die Legende vom unersättlichen Ölbedarf der Welt. Sie fußt auf der Idee, dass alle Nationen das Verbrauchsniveau der alten Industrieländer anstreben. Wenn sie es ernsthaft täten, sollten sie ihre Industrialisierungspläne umgehend aufgeben. Sie würden scheitern. Jeder, der seinen Kopf zum Denken benutzt, weiß, dass das nicht geht. Die alten Industrieländer müssen ihren Verbrauch senken. Die neuen Industrieländer dürfen ihn noch steigern. Man wird von zwei Seiten aufeinander zugehen. Anzeichen, dass die heutigen Vielverbraucher ihre Lektion lernen, sehen wir in ihren Verbrauchsstatistiken. Die sind rückläufig.

Die Interessengemeinschaft für höhere Ölpreise sucht nach gegenteiligen Indizien. Sie beschört die für ihre Belange wichtige US-Konjunktur, in der Hoffnung auf steigenden Ölkonsum, phantasielos zu wachsen. Im Vergleich zum Vorjahr wächst sie tatsächlich. Aber was ist das für ein Vergleich? Das Vorjahr gilt als Abgrund. In diesem Jahr ist man weiter (Entschuldigung, alter Witz). Wie gering die Aussichten für Wachstum sind, zeigen die vielen Zinsentscheidungen der US-Notenbank in den letzten Monaten. Alle schrieben die Quasi-Null-Zins-Politik fest. Das wird auf unabsehbar lange Zeit so weitergehen. Dieser Umstand signalisiert alles andere als Prosperität. Gestern wurde der x-te Beschluss, am Status quo festzuhalten, verkündet.

Gestern wurden auch die wöchentlichen Veränderungen in den US-Tanklagern bekannt gegeben. Wieder sind die Vorräte gestiegen. Nun verfügen die USA über die zweithöchsten Vorräte seit über 20 Jahren. Lediglich einmal in jüngerer Zeit waren sie um ein Promille höher. Der Ölkonsum springt offensichtlich nicht so an, wie das planmäßig gedacht war. Es ist bemerkenswert, dass die Ölpreise gestern dennoch aufwärts strebten. In Einzelnen gaben die für die Berichterstattung zuständigen Organe DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) folgende Zahlen zu Protokoll:

Rohöl: +2,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 3,7 (DOE) bzw. 2,9 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieauslastung ist auf 89 Prozent gestiegen. Dieser Wert ist im Vergleich zu den letzten Jahren sensationell gut. Er ergibt sich allerdings weniger aus Steigerungen der Produktion als durch eine Senkung der Gesamtkapazität in Folge von Stilllegungen. Die Ölindustrie arbeitet derzeit hart an einer Justierung der Raffineriekapazitäten zur Wiederherstellung ihrer Rentabilität.

Als erfolgreich wachsend in den USA und in der Welt gelten ohne Zweifel Teile der Finanzindustrie. Ihr Erfolg findet in aberwitzigen Gewinnen Ausdruck. Den höchst zweifelhaften Erfolg dieser Institutionen auf die gesamte Wirtschaft zu extrapolieren, wäre falsch. Denn der Gewinn der Finanzindustrie basiert nicht nur auf Gewinnen anderer Industrien. Er basiert auch auf Verlusten ganzer Branchen. Investmentbanker können am Niedergang ihrer Kunden genauso gut verdienen wie an ihrem Aufstieg. Das macht die Investmentszene verdächtig und es stellt ihren Sinn in Frage. In den USA hat die Politik das früher als hierzulande erkannt und begonnen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Erfolg zeigen die noch nicht.

Nun, da die Investmentbranche erneut am Niedergang, in diesem Fall dem europäischer Staaten, gut verdient, erkennt man auch hierzulande, dass drastische Eingriffe vonnöten sind, um dem schädlichen Treiben ein Ende zu setzen. Zu spät. Die Dynamik der Ereignisse wird einen wie auch immer gearteten Crash hervorrufen. Banken werden erneut gerettet werden. Steuerzahler werden wieder zur Kasse gebeten werden, um Versäumnisse der Vergangenheit zu bezahlen. Der erwartete Crash bietet immerhin die nächste Chance, das Finanzcasino stillzulegen. Bis es soweit ist, wird der Dollar deutlich teurer werden.

Heute Morgen herrscht gespannte Ruhe an den Spieltischen der Öl- und Devisennotierungen. Beide halten sich auf hohem Niveau. Beide stehen mit solide wirkenden Aufwärtstrends da. Lediglich US-Rohöl zeigt etwas Schwäche. Davon hat ein europäischer Kunde gar nichts. Die Tonne Gasöl kostet 713,50 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 83,19 Dollar und in London 86,07 Dollar. Die Papiere mit Auslaufdatum im nächsten Monat sind preislich wieder näher beieinander. Der US-Dollar wird zu 75,76 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise steigen weiter. Ölnotierungen und Dollarwert treiben sie vor sich her. Einfluss und Aufstellung der Finanzindustrie lassen keine Hoffnung aufkommen, dass sich in absehbarer Zeit eine nennenswerte Richtungsänderung für die Brennstoffpreise ergeben wird. Auf einen ordentlichen Preisrückgang zu spekulieren, heißt auf einen Crash zu setzen. Wer das nicht will, sollte nicht zögern, Heizöl zu ordern, wenn sein Vorrat das verlangt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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