Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


US-Vorräte akzeptabel

Die neusten US-Vorratsdaten bieten der Börse keinen Grund für außergewöhnliche Bewegungen. Die Abwärtstrends der Rohöl- und Heizölpreise sehen stabil aus. Sinkende Temperaturen in den USA treiben die Preise aber moderat in die Höhe. Der Dollar zeigt wenig Bewegung.

Die gestern veröffentlichen US-Bestandszahlen fielen etwas schlechter aus als erwartet. Spektakuläre Verwerfungen gab es aber nicht. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben folgende Werte zu Protokoll:

Rohöl: -4,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,3 (DOE) bzw. 0,7 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind gegenüber der Vorwoche und dem Vorjahr gefallen. Die Raffinerieverfügbarkeit ist gegenüber der Vorwoche deutlich gestiegen. Mit 90 Prozent hat sie die ganz schlechte Phase nach den Hurrikanen nun hinter sich.

Der deutliche Abbau in den Rohöllagern könnte bullisch verstanden werden. Bezogen auf die jüngere Vergangenheit ist das Niveau in den Tanks aber immer noch überdurchschnittlich hoch. Darüber hinaus kommt die Wiederinbetriebnahme der Fördereinrichtungen im Golf von Mexiko z.Z. sehr gut voran. Die OPEC hält ausreichende Mengen vor. Der Rückgang ist also kein Zeichen schlechter Versorgung. Die Raffineriegesellschaften sahen offensichtlich keinen Grund, sich höher einzudecken. Möglicherweise ist es eine Reaktion auf den sinkenden US-Bedarf.

Dass die Heizölvorräte so stark gestiegen sind, ist dem Wetter zu verdanken. Ungewöhnlich hohe Temperaturen ließen den Bedarf erheblich sinken. Gegenüber dem Vorjahr wird ein Minus von 20 Prozent genannt. Die Zahl wird sich bei winterlichen Temperaturen schnell relativieren. Die öffentlichen Vorräte werden deutlich sinken. Das Wetter geht in den USA weit stärker in die Lieferbewegungen ein als in Deutschland, weil die Vorratstanks der Verbraucher erheblich kleiner sind. Sie müssen während des Winters mehrmals betankt werden. Bei hohen Temperaturen fallen einige Betankungen aus. Der Minderverbrauch geht umgehend in die Statistik ein. Größere Vorräte beim Verbraucher entkoppeln die Lieferungen vom Wetter. Verbrauchsveränderungen durch ungewöhnliche Temperaturen gehen mit erheblichem Zeitverzug in die Verbrauchsstatistik ein. Das ist hierzulande der Fall.

Insgesamt bleibt der Eindruck einer entspannten Versorgungslage erhalten. Die Vorräte sind auskömmlich. Der Nachschub kann derzeit ungehindert fließen. Damit stehen die Preise weiterhin unter Druck. Moderaten Gegendruck oder Auftrieb erhalten sie von sinkenden Temperaturen in den USA und aus dem immer noch ungelösten Atomkonflikt mit dem Iran. Der Griff an den Ölhahn ist eine unangenehme Option des zweitgrößten OPEC-Produzenten.

Deutsche Verbraucher kommen nicht überall in den Genuss nachgebender Preise. Die Situation auf den Wasserstraßen behindert die Versorgung im Süden. Dort sind die Preise im Vergleich zu den nördlichen Landesteilen sehr hoch. Einige Raffineriegesellschaften versuchen zudem höhere Gewinne einzufahren. Sie nutzen die gestörte Versorgungslage für übermäßige Preissteigerungen, die sie insbesondere bei freien Heizölhändlern durchsetzen wollen.

Heute Morgen machen sich die sinkenden Temperaturen in den Preisen bemerkbar. Gasöl wird teurer. Die Tonne kostet 497,50 $.

Unsere Heizölpreise folgen dem Weltmarkt. Sie ziehen etwas an. Die Pegel der Wasserstraßen sind unverändert niedrig. Damit bleibt die ungewöhnlich hohe Nord-Süd-Preisdifferenz erhalten. Es sieht nicht so aus, als solle sich diese wetterbedingte Erscheinung kurzfristig auflösen. Trotz des immer noch gültigen Abwärtstrends der Weltmarktpreise, sehen wir keinen sehr großen Spielraum für billigeres Heizöl. Nach unserer Einschätzung werden die Preise einige Zeit um das aktuelle Niveau schwingen.

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