Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


US-Vorräte fallen, Preise auch

Aus den USA kamen gestern Meldungen über eine schlechte Entwicklung der Ölvorräte und der Raffinerieverfügbarkeit. Dennoch sanken die Preise. Begründet wird der Widerspruch mit charttechnisch motivierten Handelsaktivitäten. Der Markt ist reif für eine Gegenbewegung zum jüngsten Aufwärtstrend. Unterstützt wurde der Preisrückgang von der Ankündigung Saudi-Arabiens, die Ölproduktion deutlich zu steigern. Der Dollar geriet nach einer Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke unter Druck. Bernake bezeichnet die US-Wirtschaft als robust und sieht Inflationsgefahren sinken. Es deutete sich seit Tagen an, dass die US-Währung erneut in einen Abwärtstrend geraten wird. Die gestrige Kursbewegung bestätigt die Vermutung.Es ist kalt im Mutterland des Öls. Der Heizölverbrauch ist hoch. In Kürze soll es wärmer werden. Daher macht sich niemand Sorgen über die Heizölversorgung. Auch die Börse ließ sich von den Lagerverlusten, die DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) in ihren wöchentlichen Berichten beschreiben, nicht schocken. Die Zahlen i.E.:Rohöl: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,4 Mio. Barrel (API)Heizöl und Diesel: -3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)Benzin: -2,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,6 (DOE) bzw. 4,4 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als vor einer Woche aber geringer als vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit hält sich hartnäckig unter 87 Prozent. Das ist extrem wenig. Hier lauert ein preistreibender Umstand.Die charttechnische Begründung für den gestrigen Preisrückgang passt gut ins Bild. Aber auch die Lagerstatistik liefert einen entsprechenden Grund. Die langfristige Entwicklung der Vorräte zeigt einen Aufbau. Die Heizölbestände schwingen saisonbedingt besonders stark. Auch ihre Trendlinie weist eindeutig aufwärts.Saudi Arabien arbeitet an der Rolle des führenden Ölversorgers. Es wird in Förder- und Verarbeitungsanlagen investiert. Bereits bis 2009 will man in der Lage sein, bis zu 14 Mio. Barrel Rohöl täglich aus der Erde zu holen. Geologen sehen die Ankündigung mit Skepsis. Börsianer begrüßen sie mit fallenden Preisen.Insgesamt ist der Markt derzeit ausgeglichen. Das Angebot ist gut. Daher könnten die Preise weiter sinken. Es gibt allerdings erhebliche schlafende Gefahren, die jederzeit bullische Impulse freisetzen können. Die US-Raffinerieverfügbarkeit, die teilweise Liefereinstellung Nigerias, die Lage im Irak, der Atomstreit mit dem Iran, die politische Instabilität im Nahen Osten und in der Golfregion, eine Zunahme von Wetterkatastrophen sowie das weltweite Nachfragewachstum sind nur einige davon.Heute Morgen bleiben die Bären am Drücker. Der Gasölpreis hält das tiefere Niveau von gestern Abend. Die Tonne kostet 507 $.Unsere Heizölpreise haben eine neue Chance auf einen kurzfristigen Abwärtstrend. Der internationale Öl- und Devisenmarkt liefert momentan verbraucherfreundliche Vorgaben. Die Binnennachfrage ist extrem gering. Die Margen stehen erheblich unter Druck. Besonders deutlich wird das an der Annäherung der Preise bundesweit. Normalerweise ist Heizöl in Bayern deutlich teurer als im Norden. Wenn das nicht zutrifft, gibt es meist ein Verkaufsproblem. Das ist derzeit der Fall.

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