Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


US-Vorräte gesunken

Die Daten über die US-Vorräte fielen deutlich schlechter als erwartet aus. Aber die dadurch ausgelöste Preisrallye wurde ausgebremst. Bis Handelsschluss blieb lediglich ein kleines Plus zum Vortag übrig. Der kurzfristige Abwärtstrend erwies sich als widerstandsfähig. Der Dollarkurs ging fast unverändert aus dem Handel.

Thema des Tages waren gestern die Veröffentlichungen über die US-Bestände. Die beiden berichtenden Organisationen, DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), hielten bullische Nachrichten bereit. Ihre Zahlen lagen wieder einmal weit auseinander. Aber ihre Intentionen waren identisch.

Rohöl: -1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsabbau von 3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. 8,2 Mio. Barrel (API). Für die erheblichen Abweichungen gibt es keine Erklärung. Sie stellen die Qualität der Zahlen in Frage. Die Raffinerieverfügbarkeit ist gesunken. Sowohl Rohöl- als auch Heizölimporte laufen auf hohem Niveau. Sie liegen satte 30% über den Vorjahreswerten. Die Zahl verdeutlicht den weltweiten Einfluss der USA auf die Preisbildung.

Dass die umgehend nach Veröffentlichung der Daten einsetzende Preisrallye sich nicht durchsetzen konnte, wird von einigen Analysen den hohen Differenzen in den Zahlenwerken zugeschrieben. Sie lassen Misstrauen gegenüber einer korrekten Erfassung der Versorgungslage aufkommen und können den vorherrschenden Abwärtstrend der Preise daher nicht kippen. Die Charts über die Vorräte geben eine weitere Erkenntnis preis. Zwar sind die Mengen gesunken. Gegenüber den beiden Vorjahren hat sich die Lage dennoch weiter verbessert. Sinkende Bestände sind eine für die Jahreszeit normale Erscheinung. Die Bevorratung kann als nicht üppig aber vollkommen unkritisch bezeichnet werden. Grund für nachhaltige Preissteigerungen lassen sich aus den Daten nicht ableiten.

Preistreibend könnten die Wetterprognosen gewertet werden. Sie sehen noch einmal kalte Temperaturen vorher. Da sich der Winter bisher als sehr milde erwies, werden auch solche Nachrichten distanziert verarbeitet. Sie führten aber immerhin dazu, dass der Heizölpreis gestern mehr zulegen konnte als der Rohölpreis.

Insgesamt bleibt eine relativ ausgewogene Börsenstimmung erhalten. Sie bietet noch Platz für rückläufige Preise. Das weiterhin große Nachfragewachstum, die am Limit operierenden Versorgungseinrichtungen und die geopolitische Lage lassen aber keinen nachhaltigen Abwärtstrend erwarten. Wahrscheinlich ist vielmehr ein seitlicher Verlauf der Preise in einer Handelspanne von 44$ und 50$ für Rohöl der Marke WTI (West Texas Intermediate). Aktuell liegt der Preis bei 45,50$ pro Barrel.

Gasöl ist heute etwas teurer als gestern. Die Tonne kostet 390,75$.

Unsere Heizölpreise legen zu. Sie hatten in den letzten Tagen einen freundlichen Lauf. Vermutlich wird das Niveau durch eine kleine Gegenreaktion nicht nennenswert nach oben verschieben. Nach wie vor sehen wir für die nähere Zukunft die Handelspanne von 40 bis 45 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt bei 3000 Liter Liefermenge als Maßstab an.

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