Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


US-Vorräte sinken kräftig

Die Preise ziehen deutlich an. Sie werden vom Wetter in den USA, von überraschend stark gesunkenen US-Vorräten und von Sorgen, dass die angekündigten OPEC-Kürzungen wider die Erwartungen doch umgesetzt werden könnten, getragen. Einer Fortsetzung des Abwärtstrends wird einstweilen ein Korb erteilt. Der Dollar verliert an Wert. Er befindet sich damit im Rahmen des erwarteten Seitwärtstrends. Gute Wirtschaftsindikatoren im Euroraum und eine nicht erfolgte Anhebung der US-Zinsen werden als aktuelle Begründung genannt.

Der Verdacht, dass die OPEC ihre angekündigten Kürzungen nicht einlösen wird, bröckelt. Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) konnten die Börsianer durch ihre individuell geäußerten Reduktionsabsichten verunsichern. VAE will die Exporte ab November um 5 Prozent kürzen.

In die Verunsicherung platzte die Vorhersage kälterer Temperaturen im Osten und ein Schneesturm im Westen der USA. Im Jahresverlauf waren die Wetterprognosen alles andere als treffsicher, wie die Hurrikanerwartungen zeigten. Gleichwohl fanden sie bei Börsianern offene Ohren. Sie scheinen Sympathie für einen Mangel an Vorhersagbarkeit zu haben. Er lässt die eigene Branche nicht gar so schlecht aussehen.

Aus Nigeria kommt ebenfalls eine preistreibende Nachricht. Drei Ölplattformen im Nigerdelta mussten nach Rebellenangriffen geschlossen werden.

Vollends jubilieren ließ den kleinen Haufen erstarkender Bullen schließlich die Präsentation der Daten über die US-Vorräte. Danach wechselten viele Händler das Lager. Sie schlossen sich den Käufern von Kontrakten auf steigende Kurse an. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben gestern in weitgehender Übereinstimmung unerwartet hohe Rückgänge für alle Bereiche zu Protokoll. Nach wie vor bleibt der Gesamtbestand auf einem äußerst komfortablen Niveau. Der Heizölvorrat scheint selbst durch einen extrem harten Winter kaum Versorgungsprobleme bereiten zu können. Aber der seit drei Wochen bemerkenswert starke Abbau lässt die verunsicherten Börsianer Sympathie mit dem Bullenlager entwickeln. Unterstützt wird die Bewegung durch miserable Verfügbarkeitszahlen amerikanischer Raffinerien. Die Daten i.E.:

Rohöl: -3,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 7,5 (DOE) bzw. 6,6 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen deutlich unter der Vorwoche und etwas über dem Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit steht weiterhin bei lausigen 86 Prozent.

Die gestrige Kursbewegung war so deutlich, dass in den nächsten Tagen mit einem weiteren Anziehen der Preise gerechnet werden muss. Da das Engagement im Ölmarkt bei mittlerweile neutraler Kontraktverteilung weiterhin sehr hoch ist, liegt die Annahme nahe, dass große Spekulanten jede Chance auf steigende Preise nutzen werden. Eine sichere Begründung für einen neuen Aufwärtstrend ist das selbstverständlich noch nicht. Die fundamentalen Faktoren sind bei näherer Betrachtung nur schwach bullisch. Die erwartete Abkühlung der US-Konjunktur bleibt zudem ein klares bärisches Argument.

Heute Morgen setzt sich der Preisanstieg fort. Die Tonne Gasöl kostet 551,50$. Gestern Früh kostete sie 538,75$.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Dabei geben sie Anteile ihrer rechnerischen Überhöhung zum Weltmarkt ab. Die Nachfrage lässt kurzfristig nach. Dennoch bleiben die Lieferzeiten lang, weil die Auftragsbücher des Handels noch nicht abgearbeitet sind. Wer vor der Steuererhöhung Heizöl kaufen will, muss auf die Lieferzeiten achten. Als Berechungsbasis für die Steuer gilt nicht der Bestelltermin (wie im Heizölgeschäft üblich) sondern der Liefertermin. Mindestens kurzfristig rechnen wir mit steigenden Heizölpreisen.

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