Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


US-Vorratsdaten

Gestern begann der Tag mal wieder mit politisch bewegten Preisen. Der Nahe Osten und andere Unruheherde halten sie hoch. Schätzungen sprechen von knapp 4$ als "Prämie" auf das Barrel Rohöl für die kriegsähnliche oder kriegsnahe Lage in ölrelevanten Regionen der Welt. Die reale Versorgung trat wie so oft in letzter Zeit in den Hintergrund.

Im späteren Handel fand sie aber schließlich doch ihren Niederschlag. Als Spekulation auf die in der Nacht zu veröffentlichen API-Daten über die US-Bestände ließen die Preise Federn. Man rechnete allgemein mit unwesentlichen Rückgängen, die die insgesamt gute Versorgungslage nicht in Frage stellen sollten.

Laut API verliert Rohöl 6,3 Mio. Barrel zur Vorwoche. Das ist mehr als man erwartete. Es liegt damit aber noch 1,4% über dem Vorjahreswert.

Heizöl und Diesel verlieren gegen die Erwartung 1,2 Mio. Barrel zur Vorwoche. Daraus folgt ein Mehrbestand von 15,3% zum Vorjahr.

Benzin gewinnt erwartungsgemäß 1,5 Mio. Barrel zur Vorwoche. Aber das reicht nicht. Die Lager sind 2,3% geringer gefüllt als ein Jahr zuvor. Die Versorgungslage für Benzin verschärft sich damit weiter. Seit Wochen geht der Vorrat kontinuierlich zurück.

Die oft wiederholte Aussage, dass es genug Rohöl im Markt gibt, wird abermals bestätigt. Das Problem stellen nach unserer Ansicht eher die Verarbeitungskapazitäten dar, die dem Markt (speziell USA) nicht genug Benzin zur Verfügung stellen können. Ein ähnliches Problem könnte sich auch für Heizöl ergeben, wenn ein Winter mit satten Minusgraden über längere Zeit käme. Das ist derzeit kaum vorstellbar.

Auf der heute in Wien beginnenden OPEC-Sitzung wird man vermutlich kaum an der Versorgungsschraube drehen, da auch aus Kreisen des Kartells die Meinung zu hören ist, dass mehr Rohöl nur zu einem Preisverfall führen würde. Davon hätte eventuell noch nicht einmal der Verbraucher entscheidende Vorteile, da sein Preis wiederum von den Verarbeitern beeinflusst wird.

Auf die Bestandsmeldungen reagierten die Preise in der Nacht und heute Morgen moderat und abwartend. Vermutlich will man die Aussagen des DOE, die in der letzten Woche von denen des API abwichen, auch noch hören. Nach unserer Einschätzung steckt aber Potential für Preissteigerungen in den Daten.

Heute Morgen liegt Gasöl in Rotterdam weiter über 200$ pro Tonne. Es ist allerdings billiger als gestern Abend, wenn auch nur unwesentlich.

Unser Heizölpreis verhielt sich gestern unserer Erwartung entsprechend. Zunächst zog er an, dann verlor er wieder etwas. Bis heute Nachmittag die endgültigen Bestandsdaten des DOE bekannt gegeben werden, erwarten wir keine großen Preissprünge.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen