Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


USA brauchen weniger Öl

Die Ölnachfrage der USA ist auf ein 15-Jahres-Tief gefallen. Diese Nachricht wird im Finanzzirkus gar nicht gern gehört. Es ist aber eine gute Nachricht. Sie wirkt entspannend auf den Ölmarkt, weil sie ein Schritt zu einer ausgewogeneren Verteilung ist. Sie lindert Sorgen um ein mögliches Peak Oil. Sie zerstreut Knappheitsängste als Folge der beschlossenen Iran-Sanktionen. Sie reduziert Umweltbelastungen. Und sie drückt den Ölpreis. In der letzten Woche zog die US-Benzinnachfrage um 1,3 Prozent an. Das war die gute Meldung für Finanzjongleure. Die Nachfrage befindet sich immer noch 5,2 Prozent unter Vorjahr. Das ist die Replik aus Verbrauchersicht. Und hier ist noch ein Trumpf. Der IWF senkt die Wachstumserwartungen für die Weltkonjunktur. Damit dürfte der Ölpreis für die kommenden Wochen beruhigt sein. Er wird kaum aus seinem Seitwärtstrend ausbrechen können. Das schließt die Chance auf einen temporären Rückgang um zehn Prozent ein. Dass der, wenn er kommen sollte, in Europa wahrgenommen wird, darf allerdings bezweifelt werden. Hier kommen zwei verbraucherunfreundliche Umstände hinzu. Der größte unabhängige europäische Raffineriebetreiber, Petroplus, meldet Insolvenz an. Das Unternehmen wurde durch Finanzkrise und hohe Rohölpreise in eine unheilbare wirtschaftliche Schieflage gebracht. Nun steht der Betrieb von fünf Raffinerien infrage. Ausfälle, d.h. Angebotsverknappung, wird es definitiv geben. Dadurch werden Produktenpreise steigen. Das zweite preistreibende Problem ist und bleibt die Euro-Krise. Sie wird vermutlich bald wieder zu steigenden Dollarnotierungen führen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Atomstreit mit dem Iran
Ausfälle von Lieferungen aus Nigeria und Sudan
Raffinerieprobleme in Europa
Chinas Ölverbrauch erreicht neues Hoch
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: IWF senkt Wachstumsprognose
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Irak uns Venezuela wollen mehr Öl auf den Markt bringen
Ölembargo gegen den Iran erst im Juli
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise bewegten sich gestern wenig. Dem Abwärtstrend blieben sie immerhin treu. Der hat mittlerweile rund fünf Prozent Preisnachlass gegenüber dem letzten Hoch eingebracht. Das Abwärtspotenzial wird schwächer. Auf sechs bis sieben Prozent hatten wir es am Beginn eingeschätzt. Wir halten an der Schätzung fest. Dabei hoffen wir, dass das Problem fehlender Mengen aus den Petroplus-Raffinerien nicht umgehend virulent wird. Andernfalls würde sich der europäische Gasölpreis, der dem Heizölpreis zugrunde liegt, über den Rest der Welt erheben. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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