Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Unabsehbar katastrophal

Die Aussichten für Deutschland, dem EFSF und auch einigen Bundesländer werden von Moody’s negativ gesehen. Das ist nicht weiter erstaunlich, da doch bereits die Kanzlerin und ihr Außenminister vor einer Überforderung Deutschlands gewarnt haben. Nun halten sich die kurzfristigen Auswirkungen in Grenzen, weil die am Staatsanleihen-Handel beteiligten Banken die von Moody’s genannten Risiken bereits kennen und selber bewertet haben. Aber der Warnschuss ist unüberhörbar. Die Kakofonie der Ökonomen ist nicht mehr zu überbieten. Dabei geht die relativ kreativlose Spanne von kein Geld mehr riskieren, über nur noch, wenn die Empfänger irgendwelche Auflagen erfüllen, bis hin zu viel mehr Geld und noch schnellere Reformen. Eine der genannten Reformen betrifft die EZB. Diese soll z.B. sich nicht mehr allein an der Geldwertstabilität orientieren, sondern auch auf das Wachstum in der Eurozone Rücksicht nehmen. Die grundlegenden Regeln sollen nicht verändert werden. Das neuste Pamphlet kommt von 17 Ökonomen, die vor einer Katastrophe von unabsehbaren Folgen warnen, wenn jetzt nicht sofort gemacht wird, was sie raten. Unabsehbar, vielleicht also auch gar nicht so schlimm oder weniger schlimm als wenn gemacht wird, was vorgeschlagen wird. Allerdings ist sehr wohl absehbar, dass das aktuelle Geldsystem es nicht Wert ist gerettet zu werden, weil es nicht mehr der Allgemeinheit, sondern nur noch Klientelinteressen dient. Wenn man merkt, dass der Gaul, den man reitet, tot ist, sollte man absteigen.

Unabsehbar sind auch die Reaktionen der Ölbörsen auf die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten geworden. Die Bestände haben ordentlich zugelegt. Ein Abgang wäre zu erwarten. Aber nach kurzer Talfahrt kehrten die Kurse zurück und übertrafen sogar das Ausgangsniveau. Die aktuellen Daten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die wöchentliche Veränderung der US-Lagerbestände lauten wie folgt.

Rohöl: +2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +4,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 8,5 (DOE) bzw.6,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist wieder auf 93 Prozent gestiegen. Die Gesamtbevorratung ist seit drei Jahren kaum verändert, wie diese Grafik zeigt. Die US-Nachfrage bleibt schwach.

Heute Morgen kommen die Kurse für Rohöl etwas zurück. Die Bewegung hält sich jedoch in Grenzen. Die Tonne Gasöl kostet 896,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 88,56 Dollar und in London zu 103,89 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 82,63 Eurocent.

Unsere Heizölpreise fallen weiter. Dass sie überhaupt fallen haben wir einem schwachen Dollar zu verdanken. Die Sorgen um die Konjunktur in den USA ließen seinen Wert gestern sinken. Dadurch ergibt sich der weitere Preisnachlass für den deutschen Heizölverbraucher. Technisch bewegen sich die Preise immer noch in einem Aufwärtstrend. Diese sind aber fast ausschließlich durch die Talfahrt des Euro begründet. An der Stabilität der Rohstoffmärkte und der Schwäche des Euro können aber nur tiefgreifende Veränderungen etwas ändern. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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