Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Und immer wieder Moody’s

Wegen der Katastrophe in Japan fallen die Ölpreise. Es werden stärkere Auswirkungen für die Weltkonjunktur erwartet als zuletzt angenommen wurde. Der Ölverbrauch wird in Japan zunächst sinken. Auch die vermeintliche Rückeroberung Libyens durch Gaddafi lässt die Ölnotierungen weiter sinken. Angeblich greifen regimetreue Truppen nun auch die Hauptstadt der Aufständischen Bengasi an. Gaddafi selbst will keine Demonstrationen gegen sich, sondern nur für sich bemerkt haben. Für Gaddafi ist die Welt bald wieder in Ordnung. Einen Gegenpol stellen Bahrain und Saudi Arabien dar, wo wieder Proteste vorgekommen sein sollen. Der deutsche Energieverbraucher bekommt also eine Verschnaufpause in der Aufwärtsrallye der Ölpreise. Diese hätte zu einem veritablen Preisnachlass führen können, wäre da nicht immer wieder die Ratingagentur Moody’s. Gestern hat sie nun Portugals Bonität um zwei Stufen herabgesetzt. Portugal hat bisher nicht um Finanzhilfen aus dem Euro-Schutzschirm gebeten. Die Begründung für die Abwertung ist fast schon sarkastisch, denn diese beruhe auf der Beobachtung, dass Portugal unter den hohen Kosten der Refinanzierung seines Haushalts leide und außerdem das Erreichen der Sparziele ungewiss sei. Die Herabstufung führt allerdings wiederum zur Erhöhung der Refinanzierungskosten. Das Ganze tut dem Euro nicht gut. Er fällt und verschafft dem Dollar einen Vorteil. Dies verteuert die Rohölimporte.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Knappheitsgerüchte in Europa
Libyen fällt als Lieferant weitgehend aus
Sorge vor Ausweitung der Unruhen im Nahen Osten
Gute Konjunkturzahlen aus der alten Industriewelt
US-Bestände sinken
Chinas Ölkonsum wächst
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Erdbeben in Japan
Saudi Arabien, Kuwait u.a. erhöhen Produktion
IEA hat die Option der Reservemengen
Hohe US-Bestände
Schwache US-Nachfrage

Unsere Heizölpreise schaffen wieder einen kleinen Preisnachlass. Die Entwicklungen für Japan und den Euro sind vorgezeichnet. Japan wird noch längere Zeit an den Folgen der Katastrophe leiden und damit wird auch die Weltkonjunktur belastet. Die Schuldenkrise in Europa ist real und dauerhaft. Deswegen wird auch der Euro weiterhin Turbolenzen ausgesetzt sein. Die Entwicklung im Nahen Osten bleibt ungewiss. Sollte es in Saudi Arabien zu einer Umwälzung der politischen Verhältnisse kommen, dann wäre der Preisaufschlag beim Öl enorm. In der Gesamtschau überwiegen aber zurzeit die preisdrückenden Faktoren. Für einen weiteren Preisnachlass ist noch Luft nach unten vorhanden. Unabhängig hiervon möchten wir auf die erhöhte Förderung von Wärmegewinnung durch Solarkollektoren hinweisen. Die Infos finden Sie hier.

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