Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Und jetzt Krieg?

Die Hoffnung auf einen radikalen Wechsel im Ölgeschehen sorgte bis zum Wochenende für erdrutschartige Bewegungen der Preise. Innerhalb einer Woche verlor Rohöl der Marke Brent über 8%, Gasöl über 14% und Heizöl in Deutschland über 7%. Als Gründe für diese rasante Talfahrt wird in erster Linie die breite und weltweite Ablehnung der US-Kriegspläne gegen den Irak angegeben. Aber auch der auslaufende Winter mit seinen tiefen Temperaturen in den USA und der im Anmarsch befindliche Ölnachschub aus Saudi Arabien trugen dazu bei. Wie berichtet wird, soll auf Mai Schiffsraum für 30 Mio. Barrel Rohöl zur Lieferung in die USA gebucht sein. Das ist Balsam für die geschröpften Tanklager.

Doch so viel Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Irakkrise erträgt George Bush nicht. Am Wochenende hat er gemeinsam mit seinen verbliebenen Waffenpartnern Blair und Aznar die Kriegstrommeln bemüht. Und wie so oft zuvor blieb das nicht ohne Wirkung auf die Preise. Heute Morgen geht es an den elektronischen Börsen wieder aufwärts.

Es stellt sich nun die Frage nach dem zu erwartenden Szenario für die Preisentwicklung. Unsere Spekulation geht dahin, dass die Preise in den nächsten Tagen wieder anziehen werden. Sie können sich dem Kriegsdruck kaum entziehen. Wir glauben allerdings, dass darin keine Nachhaltigkeit steckt. Zwar könnte es zu extremen Ausschlägen kommen, die sollten aber nur von sehr kurzer Dauer sein. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass sowohl im Falle des Krieges als auch im Falle seiner Verhinderung ein deutlicher Preisrückgang zu erwarten ist. Im Kriegsfall bekäme der Markt schlagartig Entspannung durch die Öffnung der strategischen US-Tanklager, in denen gewaltige Mengen Lagern. Im Falle des ausbleibenden Krieges sollte sich das fortsetzen, was in der letzten Woche so vielversprechend begann.

Einzig ein Problem im Ablauf eines Krieges würde die Preise längerfristig nach oben treiben. Als Vorlage zum zeitlichen Verlauf gilt die Zerschlagung des Taliban-Regims in Afghanistan.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis erwartungsgemäß kräftig an. Mit 311,75$ pro Tonne steht er 2% über dem Schlusskurs vom Freitag.

Unsere Heizölpreise werden den Vorgaben folgen. Die kurze Frist der einigermaßen erträglichen Preise für die Verbraucher, die unbedingt kaufen müssen, scheint schon abzulaufen. Mit unserer Empfehlung vom Freitag, die Gunst der Stunde zu nutzen, ließ sich in der Tat Geld sparen. Diejenigen, die diese Chance verpasst haben, können sich allerdings recht sicher sein, dass sie wiederkommen wird. Nur etwas Geduld ist nun gefragt.

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