Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Unfreundliche Bewegung

Angebot und Nachfrage können kaum der Grund für die gestrigen Preissteigerungen sein. Denn die Märkte gelten als gut versorgt. Zwar lassen die US-Importzahlen für Rohöl zu wünschen übrig. Aber sie sind nach verbreiteter Meinung nicht die Ursache für den unerwarteten Preisverlauf.

Die Daten über die US-Ölvorräte fielen überraschend gut aus. Die Gasvorräte haben sogar ein neues Rekordhoch erreicht. Damit sollte die Wärmeversorgung des Landes im kommenden Winter nicht Not leiden. Doch selbst das brachte die Ölpreise nicht runter. Die Gas- und Ölmärkte funktionieren unabhängig von einander. Aber in besonderen Fällen springen durchaus Impulse über. Der Rekordstand der Gasvorräte kann als ein besonderer Fall angesehen werden. In Erwartung kalter Temperaturen sind die Händler allerdings unersättlich.

?Wir sitzen auf einer Menge Gas?, wird ein Händler zitiert. ?Andererseits kommen wir in die Jahreszeit, in der Vorräte keine Rolle spielen. Wenn es kalt wird, haben wir nie genug. Wenn es nicht kalt wird, haben wir zuviel?. Es soll laut Wettervorhersage kalt werden.

Als weiterer Grund für die gestiegenen Preise muss mal wieder ein Versorgungsausfall herhalten. Eine Raffinerie mit einer Kapazität von 0,15 Mio. Barrel pro Tag soll für voraussichtlich 3 Wochen still stehen.

Das Problem bei der aktuellen Preissteigerung ist, dass dadurch charttechnisch ein beginnender Abwärtstrend in Frage gestellt wird. So etwas kann die berüchtigten Fonds magisch anziehen und für weitere Steigerungen sorgen. Dagegen helfen zumindest kurzfristig keine fundamentalen Zusammenhänge.

Um die geht es heute bei Gesprächen zwischen dem norwegischen und dem mexikanischen Energieminister. Die beiden exponierten Nicht-OPEC-Verteter lehnen Lieferkürzungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab. Der Norweger betont zwar die grundsätzliche Kooperationsbereitschaft mit der OPEC. Die Kürzungen hält er aber mit Blick auf die allgemeine Wirtschaftlage für vollkommen falsch. Das Mittel hält er erst für angebracht, wenn die Preise unter die 20$-Marke fallen sollten.

Der Gasölpreis klettert heute Morgen weiter aufwärts. Inzwischen kostet die Tonne bereits wieder 265,75$. Die 270$-Marke ist damit erneut in Reichweite. Das ist ein klares Zeichen für ein Anhalten der Hochpreisphase.

Unsere Heizölpreise werden gegen die Erwartungen teurer. Sie binden sich damit eng an die Weltmärkte. Trotz ausgewogener Rahmenbedingungen zeigt der Ölpreis keinen Willen herabzukommen. Einzig der schwache Dollar sorgt dafür, dass sich die Heizölpreise hierzulande auf einem mittleren Niveau befinden. Wer den Brennstoff in Dollar bezahlen muss, hat wirklich Grund zur Klage über teure Preise. Einen Ausblick über die weitere Entwicklung geben wir nicht. Wir halten den Rohölpreis für zu hoch. Dennoch sehen wir die Möglichkeit, dass er weiter steigt.

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