Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Unfreundliche Nachrichten

Der kräftige Preisrückgang der letzten Woche hatte seine Ursache in spekulativen Positionsverschiebungen großer Fonds. Fundamental ist er unbegründet. Unsicherheit und Sorge über die Entwicklung im Irak, in Nigeria und bei der US-Benzinversorgung überlassen den Bullen die Macht an den Märkten. Neue Höchstpreise sind wahrscheinlich.

Getrieben wird der Markt derzeit von Engpässen bei Benzinlieferungen. In den USA ist die Fahrsaison noch in vollem Gang. Der Durst nach Benzin ist hoch und kann aus eigener Kraft nur ungenügend gestillt werden. Neue Raffinerieausfälle heizen die Stimmung an den Märkten an. Der Stromausfall hinterließ ebenfalls kleinere Spuren des Ausfalls. Stärker ist allerdings seine psychologische Wirkung. Es ist nicht absehbar, wann Besserung den Auftrieb aus den Preisen nimmt.

Die Nachricht von der Zerstörung der wichtigen Pipeline zwischen den Ölfeldern um Kirkuk und dem türkischen Hafen Ceyhan ist ein weiteres Argument für die Bullen, auf der richtigen Seite zu stehen. Die Pipeline wurde erst am Mittwoch wieder in Betrieb genommen. Der Vorfall zeigt, wie verwundbar jedweder Fortschritt im Irak derzeit ist.

Erwartungsgemäß reiht sich auch Nigeria wieder in den Reigen der Unruhestifter ein. Seit vier Tagen dauern militante ethnische Auseinandersetzungen in der südlichen Ölstadt Warri an. Es handelt sich um die schwersten Unruhen seit März. Damals musste die Ölproduktion um 40% gedrosselt werden, weil einige Bohrinseln aus Furcht vor Sabotageakten geräumt wurden. Derlei Ängste keimen wieder auf.

Dass die Ölpreise trotz der anhaltend bullischen Grundstimmung in der vergangenen Woche kräftig einbrachen, ist auf Positionsverschiebungen großer Fonds zurückzuführen. Sie hielten vor dem Teilverkauf ihrer Positionen für September-Öl den höchsten Bestand an Long-Kontrakten seit vier Jahren. Ihr Engagement ist allerdings nicht beendet. Die Fonds blieben weiter treibende Kraft für höhere Preise.

Heute Morgen legt der Gasölpreis geringfügig zu. Er verlor im späten Freitagshandel, so dass er aktuell noch unter dem Einstiegspreis vom Freitag steht. Die Tonne kostet 241,50$. Größere Bewegungen erwarten wir erst am Nachmittag, wenn die emotionalen Amerikaner auf das Parkett treten.

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Ihnen droht allerdings sowohl vom Ölmarkt als auch vom Dollar eine Preissteigerung. Es gibt derzeit nur eine Hoffnung, einem Preisanstieg zu entkommen. Die Irrationalität der Börse. Da fast alle Marktteilnehmer von steigenden Notierungen überzeugt sind, könnte es völlig anders kommen. Das gilt zumindest kurzfristig. Eine verlässliche Handlungsgrundlage ist das allerdings nicht. Unruhe und Sorge zur Ölversorgung bleiben erhalten und mit ihnen der Aufwärtstrend. Daher raten wir unbedingt dazu, das Preisgeschenkt der letzten Woche noch mitzunehmen und sich mit Heizöl einzudecken.

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