Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Unpassend

Die Märkte warten in Ermangelung substanzieller Nachrichten auf die jüngsten Zahlen über die US-Ölvorräte, die heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehen. Die Preise bewegten sich daher kaum. Die Grundstimmung ist weiterhin leicht bärisch.

Eher belustigt nahmen die Händler den erneuten Vorstoß von Rafael Ramirez, seines Zeichens Energieminister Venezuelas, auf, der die OPEC auffordert, das angestrebte Preisband von 22-28$ auf das Niveau von 25-32$ anzuheben. Sein Chef Hugo Chavez machte einen solchen Vorschlag bereits vor einigen Wochen und erntete damit eine kräftige Gegenreaktion des OPEC-Präsidenten. Chavez braucht zwar die Öl-Dollar so dringend wie kaum ein anderer, da er sein Land weiter in den wirtschaftlichen Abgrund geführt hat. Aber dieser verzweifelte Versuch, über das Öl aus dem Chaos zu gelangen, ist angesichts der Marktlage chancenlos. Eher wird sich Chavez wie viele seiner Kollegen in den kommenden Monaten sinkenden Einnahmen stellen müssen.

Für Venezuela dreht sich die Spirale des Abstiegs immer schneller. Die Ölindustrie leidet seit Jahren an zu geringen Investitionen in die Anlagen. Inzwischen sind sie alt und marode. Mit dem, was noch läuft, kann man die Produktion von einst 3 Mio. Barrel pro Tag nicht mehr halten. Derzeit schafft man gerade noch 2,2 Mio. Barrel pro Tag. Venezuela befindet sich in einer ähnlichen Lage wie der Irak vor dem Krieg. Alles ist kaputt und heruntergewirtschaftet. Der Ölindustrie des Kriegsverlierers Irak wird nun aber ein Investitionssegen zuteil, von dem die Südamerikaner nur träumen können. Im Irak versucht man, die Investitionen mit weiterem Aufwand vor den Bomben der Terroristen zu schützen. In Venezuela versucht sich der Präsident mit Tricks vor dem Unmut seines Volkes zu schützen. Hilfe für das bedürftige Land gibt es nicht. De facto ist Venezuela aus der Liga für 2,5-4 Mio. Barrel pro Tag, in der Länder wie Iran, Mexiko, Norwegen, China und einst der Irak spielten, in die nächst tiefere Klasse abgestiegen. Und der unaufhaltsame Fall setzt sich fort.

Derweil sieht der Generalsekretär der OPEC Alvaro Silva die Märkte gut versorgt. Mit dieser Äußerung trägt er zu etwas Preisdruck bei.

Das Wetter steht weiterhin auf der Seite der Verbraucher. Es lässt keinen exorbitanten Bedarf nach Öl aufkommen. Die Chancen auf steigende Lagervorräte sind damit gut.

Und selbst der Dollar zeigte sich gestern lustlos, was angesichts eines eher steigenden Wechselkurses positiv zu interpretieren ist.

Der Gasölpreis liegt mit 248,25$ heute Morgen wieder unter der 250$-Marke. Auch das ist ein erfreulicher Umstand.

Unsere Heizölpreise gaben leicht nach. Insgesamt bleiben wir bei unser Einschätzung einer Seitwärtsbewegung der Preise. Wir glauben, dass sich Rohöl verbilligen und dass sich der Dollar verteuern wird. Beiden Bewegungen werden sich neutralisieren. Das Preisniveau ist und bleibt in den nächsten Wochen wahrscheinlich mittelmäßig. Notwendige Kaufentscheidungen sollten nicht lange aufgeschoben werden. Bedenken Sie bitte, dass unser Bestellsystem eine zeitliche Flexibilität von rund zwei Wochen erfordert. Im Dezember wird sich der Zeitraum auf Grund der vielen Feiertage auf drei Wochen erhöhen.

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