Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Unverhoffter Spaß für den Gegner

Entspannende Vorabmeldungen zu den US-Ölbeständen durch das API (American Petroleum Institute) wurden gestern nicht bestätigt. Im Gegenteil die relevantere Veröffentlichung durch das DOE (Department of Energy) legte erhebliche Abbauten beim Rohöl offen. Die annullierten das schwache Abwärtspotenzial, das die Charttechnik bot, und gaben der Finanzszene ausreichend Anlass, eine ordentliche Bullenparty zu feiern. Dabei entstand eine sich selbst befeuernde Preisrallye. Im Einzelnen legten die berichtenden Organisationen folgende Zahlen zur wöchentlichen Veränderung in den Vorratslagern vor:

Rohöl: -3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,4 (DOE) bzw. ein Aufbau von 2,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt starke 93 Prozent. Die Gesamtbevorratung liegt nun etwa vier Prozent unter dem Vorjahr, wie diese Grafik zeigt.

Obwohl die Benzinpreise in den USA höher sind als vor einem Jahr, stieg die Nachfrage auf ein 13 Monatshoch. Dieser Umstand verstärkte die Preisrallye. Die geschundene Spekulantenseele wähnt die USA bereits wieder auf dem Weg zum amerikanischen Traum, dem Wunderland des grenzenlosen Konsums.

Dazu wird es nicht kommen. In Kürze werden schlechte Konjunkturdaten den Traum vom Gelddrucken durch die Notenbanken zurückholen. Der wird für Verbraucher zum Albtraum, denn er verteuert ihr Leben, ohne es in irgendeiner Weise zu verbessern.

Das Tagesgeschehen ändert nichts an der Gesamtlage. Die hat ein ausreichendes aber kaum noch steigerbares Ölangebot zu bieten, alte Industrienationen in einer Wachstums- und Schuldenkrise, neue Industriestaaten mit eingeschränkten Zukunftschancen wegen begrenzter Ressourcen und politischen Aufruhr in der wichtigsten Ölregion der Erde. Wer keinen Spaß daran hat, aus dieser Gemengelage etwas Neues zu kreieren, kommt auf den dummen Gedanken, die missliche Situation zu seinen Gunsten zu nutzen. Darin versteht sich die Finanzindustrie bestens. Sie reitet das Pferd, bis es tot ist.

Heute Morgen legen die Reiter eine Pause ein. Der gestrige Galopp war zu heftig. In Kürze wird er dennoch weitergehen. Es fehlen noch rund 10 Dollar am Rohölpreis, um ihn auf ein grenzwertiges Niveau zu bringen. Dort wird dann plötzlich wieder die Angst vor einem Totalabriss der Konjunktur auftauchen. Dann wird es spannend. Aktuell kostet die Tonne Gasöl 976,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,12 Dollar und in London zu 116,06 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 81,57 Eurocent.

Unsere Heizölpreise übertrafen gestern den alten Jahreshöchststand. Die Tatsache geht ausschließlich auf das Konto der Ölnotierungen. Sie sind mal wieder Sammelbecken überschüssigen Geldes. Das wird noch einige Zeit so bleiben, weil Politik nicht bereit ist, das überschüssige Geld versiegen zu lassen. Bis die alten Jahreshöchststände bei den Ölnotierungen erreicht sind, wird es für Heizöl kein Entkommen vor Preissteigerung geben. Danach werden die Karten neu gemischt. Da die Zeitspanne bis zum neuen Spiel unbekannt ist, wird Verbrauchern mit einem fast leeren Tank nichts anderes übrig bleiben, als den hohen Preis zu akzeptieren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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