Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Verschnaufen

Es hat sich nichts geändert an der Gesamtlage der Ölmärkte. Die USA erhöhen den Druck auf den Irak weiter, weil der Bericht über das Rüstungsprogramm des Landes unzureichend ist. In Venezuela stehen die meisten Produktionsanlagen still. Und die Preise sind auf einen sehr hohen Niveau. Der Aufwärtstrend ist intakt.

Aber gestern blieb der unaufhaltsame Aufstieg der Preise stecken. Rohöl schloss nach 5 Tagen mit teilweise heftigen Gewinnen mal wieder im Minus. Gasöl trieb es noch weiter voran. Heute gibt das Produkt allerdings nach. Und der Rückgang wird endlich mal beim Verbraucher spürbar. Peanuts im Vergleich zu dem, was in den letzten Tagen abging. Aber manchmal muss man eben auch über Peanuts berichten.

Ausgelöst wurde der Preisrückgang von einer Meldung aus Venezuela, nach der ein Gericht den Streik in den Ölanlagen für beendet erklärt haben soll. Wenn es wirklich zu dieser Entscheidung kam, gehört sie in die Rubrik ?Stilblüten der Geschichte?. Seit wann hat sich ein aufgebrachtes Volk, das mit Macht die Verhältnisse im Staat ändern will und im Begriff steht, den Präsidenten in die Wüste zu schicken, von Gerichten beeindrucken lassen. Das sollten Börsianer auch wissen. Ölhändlern ist das aus der 150 Jahre alten Geschichte des Erdöls mit Sicherheit geläufig.

Also, eine Gegenreaktion auf die starken Preisanstiege der letzten Wochen wurde gestern eingeleitet. Wie weit sie gehen wird, ist noch nicht absehbar. Der Grund ist nicht bekannt. Aber charttechnisch ist sie erklärbar, denn die Preise waren einfach zu hoch gelaufen. Wenngleich nur Gasöl ein neues Jahreshoch markieren konnte. Rohöl blieb bisher unter dem Septembertop zurück.

Der Gasölpreis gibt heute Morgen spürbar nach. Aber er bleibt innerhalb der Handelsspanne von gestern. Sie müssten für die Tonne in Rotterdam zur Stunde 263,75$ bezahlen.

Unser Heizölpreis gibt heute Morgen ebenfalls nach. Er konnte sich bis gestern Abend sehr deutlich über das alte Jahreshoch vom 2. Oktober setzen. Wir gehen davon aus, dass das neue Hoch nicht das Ende der Bewegung sein wird. Bedingt durch die Umstände in Venezuela, dem fünftgrößten Produzenten der Welt, und die steigende Kriegsgefahr im Irak sollte es nach einer Pause zu weiteren Hochs kommen.

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