Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Verschnaufpause im Abwärtstrend

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen legten gestern wieder zu. Sie holten die Verluste des Vortages rein. Obwohl die US-Bestandsdaten, die am Mittwoch noch als preisdrückend galten, eine lahmende US-Wirtschaft nahelegen, wurden neue Konjunkturdaten gefeiert. Der Ölpreis stieg mit den Aktienmärkten an. Leider gesellte sich der Dollar zu den Ölnotierungen und erholte sich ebenfalls. Bis zum 1. Oktober müssen die politischen Kräfte in den USA einen Ausweg aus der drohenden Schuldenfalle gefunden haben, weil der Zeitplan seiner Umsetzung sonst zu eng wird. Anderenfalls wären die USA Mitte Oktober zahlungsunfähig. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Zeitplan eingehalten wird und die Schuldenobergrenze angepasst wird. Erste Lösungsansätze sollten bereits am jetzigen Wochenende verhandelt werden. Die daraus folgende Schwächung des Dollar erlaubt eigentlich keinen weiteren Anstieg. Wäre da nicht die eigene Schwäche des Euro. In Italien stehen der Regierung wieder einmal Schwierigkeiten ins Haus. Es wird gar von einer Regierungskrise gesprochen, an deren Ende Neuwahlen stehen könnten. Zusätzlich kommen die von den Märkten (Banken und Ratingagenturen) verlangten Reformen kaum voran. Trotz der letzten Aufwärtsbewegung von Ölpreis und Dollar gehen wir zunächst nur von einer Verschnaufpause für eine weitere Abwärtsbewegung aus. Die Risikoaufschläge wegen der Unruhen im Nahen Osten und des Atomkonflikts mit dem Iran werden wegen der neuesten diplomatischen Entwicklungen weiter zurück genommen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen an. Das ist auch wegen der internationalen Börsenbewegungen nicht anders möglich. Die deutschen Endverbraucher haben in der auslaufenden Woche bereits den Preisnachlass zum Kauf genutzt. Technisch ist jetzt eine Gegenbewegung zu erwarten, wobei dieser zurzeit der Nährboden für eine nachhaltige Wende im kurzfristigen Abwärtstrend fehlt. Der Handel bekommt zwar das deutliche Kaufinteresse zu spüren. Es sind aber immer noch Kapazitäten frei. Die Inlandsmargen ziehen deswegen noch nicht merklich an. Es bleibt festzustellen, dass Heizöl ca. 10 Prozent günstiger ist als vor einem Jahr. Ein Kauf lohnt sich also immer noch. Wir möchten wegen der Bedeutung aktueller Informationen auf unsere Heizölpreise-App für Smartphones hinweisen, die Ihnen überall und jederzeit einen Überblick über die Preise liefert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik bestätigt
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran will über sein Atomprogramm reden
Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen wieder aufnehmen
Irak meldet Inbetriebnahme eines neuen Ölfelds
Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: HeikoHarlapp@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen