Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Vollkommen losgelöst

Nach der Veröffentlichung der jüngsten US-Vorratsdaten zeigt der Markt widersprüchliche Reaktionen. Auf einen dramatischen Rückgang der Benzinvorräte reagiert er mit heftig fallenden Preisen.

Zwar ist diese Reaktion außerordentlich ungewöhnlich, vor dem Hintergrund der übertrieben gestiegenen Benzinpreise in der letzten Woche aber durchaus erklärbar. Wie zuvor das Rohöl avancierte zuletzt Benzin zu einem Spekulationsobjekt großer Fonds. Die mussten ihre voluminösen Positionen vor dem Auslaufen des September-Benzin-Kontrakts verkaufen, wenn sie nicht riesige Menge Benzins geliefert bekommen wollen. Schließlich handelt es sich um Versicherungen und nicht um Tankstellen.

Die US-Benzinvorräte fielen den Beichten zu Folge um 3,6 (API) bzw. 5,7 (DOE) Mio. Barrel und erreichten ein 3-Jahres-Tief. Durch die knappe Versorgungslage kletterte der Benzinpreis in den USA auf ein neues Allzeithoch. Die Autofahrer triff dieser Preis just in dem Moment, in dem sie alle unterwegs sein wollen. Der labor day ist als Reisezeit vergleichbar mit den Tagen um das Osterfest hierzulande.

Zu der miesen Versorgungslage trug der ?Mammut-Stromausfall? im eigenen Land aber auch der heiße Sommer in Europa bei. Hüben wie drüben mussten Raffinerien mangels Strom abgeschaltet werden. U.a. durch Lieferungen aus Europa konnten die USA bisher für die Deckung ihrer Fehlmengen sorgen. Das gelang in diesem Jahr nicht.

Trotz des gestrigen Preisverfalls befindet sich Benzin weiter in einem Aufwärtstrend. Gleiches gilt für Rohöl. Es konnte sich dem Sog des Benzins nicht entziehen und verlor im Laufe des Handels fast einen Dollar. Aber dennoch bleibt der Aufwärtstrend (knapp) intakt.

Die Vorratslage beim Rohöl wird widersprüchlich beschrieben. Das API (American Petroleum Institute) gibt einen Anstieg von 3,7 Mio. Barrel zur Vorwache bekannt. Das DOE (Department of Energy) meldet hingegen einen Verlust von 0,2 Mio. Barrel. Beim Heizöl und Diesel geht der Aufbau weiter. Er beträgt 1,7 (API) bzw. 0,7 (DOE) Mio. Barrel.

Da die New Yorker Händler einem langen Wochenende entgegen sehen, gehen wir nicht davon aus, dass sie sich vorher noch mit neuen Kontrakten eindecken werden. Die Preise sollten also wenig Grund bekommen zu steigen. Die allgemeine Lage gibt aber weiterhin keinen Anlass, an deutlich nachgebende Ölpreise zu glauben. Daher sollten sie in der nächsten Woche wieder anziehen.

Der Gasölpreis fiel gestern ebenfalls rasant. Heute Morgen kommt er mit 241$ pro Tonne kaum verändert heraus.

Unsere Heizölpreise sanken gestern Abend. Im heutigen Handel könnten sie weiter nachgeben. Schneller als erwartet ist nun die nächste Delle im aufsteigenden Preischart eingetreten. Wir geben wieder eine Kaufempfehlung ab, da wir nicht glauben, dass das allgemeine Umfeld eine grundsätzliche Änderung der Preisbewegung zulässt. Neben dem hohen Niveau des Ölpreises am Weltmarkt sollte uns ein steigender Dollar anhaltenden Preisauftrieb bescheren.

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