Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Vorräte machen Freunde

Überraschend gute Daten über die US-Vorräte drückten gestern die Preise. Nach Rohöl und Benzin dreht nun auch Heizöl in einen kurzfristigen Abwärtstrend. Der Dollar verliert leicht. Sein Aufwärtstrend bleibt erhalten.

Die Bestandszahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) waren etwas für Verbraucher auf der ganzen Welt und sie zeigten etwas über Verbraucher in den USA.

Rohöl: +5,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +11,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 6,6 (DOE) bzw. 13,2 (API) Mio. Barrel. Die Rohölzahl von API sorgte für Verwirrung. Aber selbst wenn diese relativiert wird, bleibt ein durch und durch positives Ergebnis erhalten. Die Importzahlen für Rohöl liegen unter, die für Heizöl über den Vorjahreswerten. Das erstaunliche Wachstum bei Benzin trotz der nach wie vor schwachen Raffinerieverfügbarkeit von 79 % verdeutlicht einen Gesinnungswandel der US-Verbraucher. Sie senken den Benzindurst um 2,2 % gegenüber dem vierwöchigen Vorjahreszeitraum. Noch wird die Nachhaltigkeit der neuen Sparsamkeit angezweifelt. Daher kommt sie in den Analysen nur als temporäre Erscheinung vor.

Gestern sorgte diese Erkenntnis immerhin für Preisrückgang. Folgt man der Charttechnik, könnte der nun durchaus an Fahrt gewinnen. Allerdings liegt bereits erhebliches Störpotential in der Luft. Der Hurrikan Wilma hat sich binnen 24 Stunden von einer niedrigen auf die höchste Kategorie aufgebaut. Er soll nun der stärkste jemals gemessene Hurrikan sein. Seine Bahn verläuft nach aktuellem Stand der Erkenntnis nicht durch die Ölanlagen. Insofern belastet er die Preisbildung nicht. Aber Wetterbewegungen sind chaotisch. Sie können sich jederzeit ändern. Rita war dafür ein Beispiel.

Der Wiederaufbau der hurrikangeschädigten Ölanlagen geht langsam voran. Das stört angesichts der Lagerdaten z.Z. niemanden. Die Vorräte liegen in allen Bereichen auf einem guten Niveau im Vergleich zu den Vorjahren. Die herausragenden Spitzenwerte der Bevorratung sind allerdings abgebaut.

Aus OPEC-Kreisen gibt es wieder einmal freundliche Meldungen über die Entwicklung der Förderfähigkeit. Damit versucht das Kartell einen Beitrag zur Rückkehr der Ölpreise zu leisten. Die Produktion soll in den kommenden fünf Jahren um über 5 Mio. Barrel pro Tag gesteigert werden. Von den notwendigen Investitionen profitiert Deutschland besonders. Allen Unkenrufen zum Trotz hat der hohe Ölpreis auch positive Wirkung auf unser Exportland. Die Ausfuhren in den Nahen und Mittleren Osten stiegen in den letzten 12 Monaten um 16 %. Der Export insgesamt stieg um 5,5 %.

Wenn im Irak investiert werden könnte, würde die Förderfähigkeit der OPEC sogar noch stärker wachsen. Doch Terror und Gewalt verhindern den Aufbau. Die Förderung sinkt. Sie liegt heute bei 2,1 Mio. Barrel pro Tag. Das ist weniger als vor der US-Invasion im März 2003. Unter den bereits während des UN-Embargos erschwerten Bedingungen hatte der Irak zuletzt etwa 2,5 Mio. Barrel täglich gefördert.

Heute Morgen setzt der Gasölpreis dort an, wo er gestern aufhörte. Die Tonne kostet 578 $.

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Ob sie nun Dynamik nach unten bekommen, wird sehr stark vom Verlauf des Hurrikans Wilma abhängen. Die Chance für Preisrückgang war lange nicht mehr so gut. Die Gefahr dagegen ist allerdings überdurchschnittlich hoch. Es ist ein Moment für Spekulanten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft jetzt ein. Wer das Risiko liebt, wartet ab.

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