Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Vorratsdaten drückten Preis

Die Preise gaben gestern erneut nach. Die laufende Gegenreaktion auf die Preisspitze der vergangenen Woche wurde durch die US-Bestandsdaten unterstützt. Im späten Handel drehte die Stimmung. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist der Tiefpunkt der Bewegung durchlaufen. Ein Fortgang des Aufwärtstrends wäre die Konsequenz. Für den Dollar wurde ein Aufwärtstrend im letzten Moment verhindert. Grund ist die gestrige Einlassung des FED-Chefs Bernanke vor dem US-Kongress. Er deutete ein Ende der Zinsanhebungsphase an.

Der Nahost Konflikt verschwindet auf wundersame Weise aus der Preisbildung. Die noch vor wenigen Tagen durchaus berechtigte Sorge, dass die kriegerische Auseinandersetzung unkontrollierbare Kreise ziehen und ölliefernde Länder zu negativen Reaktionen animieren könnte, ist vollkommen verschwunden. Die in den Preisen dargestellte Unbesorgtheit wirkt mittlerweile unecht. Die Gefahr eines erneuten Stimmungswechsels ist gegeben. Der Iran ist doppelt involviert, als potentieller Waffenlieferant für die Gegner Israels und als potentielle Atommacht. Der Atomkonflikt mit den UN-Vetomächten ist in den letzten Tagen in den Hintergrund getreten. Er schwelt aber weiterhin bedrohlich.

Als Bedrohung mit ebenfalls wenig Öffentlichkeitswirkung muss die Hurrikangefahr in den USA gesehen werden. Die Saison dauert noch bis Ende September an. Sie verlief bisher ruhiger als erwartet.

Wenig Öffentlichkeit hat auch die Tatsache, dass die USA wieder mehr Benzin verlangen. Sie lässt sich noch nicht sicher in den Jahresverlauf einreihen. Während es bisher danach aussah, dass der Benzinverbrauch nicht zuletzt wegen der hohen Preise stagniert oder sogar sinkt, lassen die jüngsten Daten diesen Schluss nicht mehr zu. In den letzten vier Wochen wurden 1,9 Prozent mehr Kraftstoff verbraucht als vor einem Jahr.

Öffentlich wahrgenommen wird dagegen das Wirtschaftswachstum Chinas. Es boomt ungehemmt weiter mit einer Rate von deutlich über 10 Prozent. Das legt die Vermutung nahe, dass die Ölnachfrage auch zukünftig wachsen wird. Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft gilt als ein Hauptgrund für die Preisentwicklung der letzten Jahre.

Für Beruhigung sorgten gestern indes die Vorratsdaten aus den USA. Wegen ihrer kurzen Aktualität sind sie eigentlich unbedeutend. Bedeutend ist das seit fast drei Jahren anhaltende stetige Wachstum der Bestände. Es sollte das Gefühl von Sicherheit vermitteln und die Preisentwicklung dämpfen. Das ist nicht gelungen. Die Märkte würdigten die vielen positiven Wochenmeldungen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) nur kurz. So auch gestern. Folgende Zahlen wurden zu Protokoll gegeben:

Rohöl: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,9 (DOE) bzw. ein Abbau von 3,2 (API) Mio. Barrel. Die Zahlen sind widersprüchlich. Eindeutig positiv ist der Aufbau der Benzinvorräte als Kontrapunkt zum Mehrverbrauch. Er wurde auch als Grund für die anfänglichen Kursverluste genannt.

Die Importe sind weiterhin hoch. Die Raffinerieverfügbarkeit ist wieder auf 93 Prozent abgestiegen. Der Wert ist befriedigend. Die Veränderung zur Vorwoche ist gut.

Heute Morgen wird der Preisanstieg des späten Handels vorm Vortag gehalten. Die Tonne Gasöl kostet 622,50 $. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise weiter anziehen wird größer.

Unsere Heizölpreise haben in den letzten Tagen eine kräftige Entspannung erfahren. Auf einen Durchschnittswert unter 60 Cent bei 3000 Liter Liefermenge konnten sie allerdings nicht zurückfallen. Nun rechnen wir tendenziell wieder mit steigenden Preisen. Neben entsprechenden Weltmarkteinflüssen steigt die Möglichkeit von Versorgungsproblemen wegen niedriger Pegelstände auf den heimischen Wasserstraßen.

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