Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Vorsicht Benzin!

Ab dem frühen Abend fiel gestern der Ölpreis. Händler spekulierten diesmal auf steigende US-Bestände. Und sie lagen weitgehend richtig. Die jüngsten Daten des API lauten wie folgt:

Rohöl gewinnt 2,5 Mio. Barrel zur Vorwoche und liegt damit 3,5% über dem Vorjahreswert. In Erwartungen wurden Verluste von mindestens 2 Mio. Barrel genannt. Wie die Preisentwicklung zeigt, wurden sie aber bereits im Vorfeld revidiert.

Heizöl und Diesel gewinnen erwartungsgemäß 0,9 Mio. Barrel zur Vorwoche. Daraus folgt ein Mehrbestand von 15,7% zum Vorjahr.

Benzin verliert ebenfalls erwartungsgemäß 0,5 Mio. Barrel zur Vorwoche. Die Lager sind nun 1,6% geringer gefüllt als ein Jahr zuvor. Damit beginnt sich das Anfang letzter Woche von uns beschriebene Szenario zu bestätigen. Benzin wird zu einem Problemprodukt.

Seit Wochen ist der Vorrat rückläufig. Offensichtlich ist der Benzinbedarf in den USA ungeachtet der lahmenden Konjunktur hoch. Die US-Raffinerien schaffen es nicht, die Inlandsnachfrage zu befriedigen. Benzin muss aus Europa und Asien importiert werden. Es wird weltweit zu einem gefragten Produkt. Die Preise steigen und werden bei weiterer Verschärfung der Situation den gesamten Ölmarkt mit in die Höhe ziehen.

Derzeit ist der Fokus noch stärker auf die Versorgung mit Rohöl gerichtet. Von dieser Seite erwarten wir aber keine Probleme. Es gibt genug Rohöl im Markt. Die Bestandsdaten und die jüngsten Schätzungen der IEA (Internationale Energie Agentur) über die OPEC-Produktion bestätigen das. Die Kartellstaaten förderten im Mai 6,2% mehr als die eigenen Quoten dies erlauben.

Heute Morgen ist Gasöl mit 199$ nur unwesentlich billiger als gestern Abend. Der Preisdruck auf Grund der Bestandszahlen scheint bereits verarbeitet zu sein. Er wird durch die nicht endenden Spannungen zwischen den USA und der UNO mit dem Irak etwas abgedämpft. Der Irak droht als Lieferant mal wieder auszufallen. Die USA entwickeln Szenarien zum Sturz Saddam Husseins.

Unser Heizölpreis verbilligte sich gegen unsere Erwartung bereits gestern im Tagesverlauf. Damit sollte ein Teil des übertriebenen Anstiegs der Vortage wieder abgebaut sein. Wir meinen, dass auf Grund der Probleme bei der Benzinversorgung mittelfristig eher steige Heizölpreise zu erwarten sein werden. Daher könnte es sinnvoll sein, sich jetzt mit Heizöl einzudecken. Vor der großen Nachfragewelle lässt sich besser kaufen.

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