Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Vorsicht Prognose

Benzin bleibt ein Problem in den USA. Die jüngsten Daten über die Vorräte fallen negativ aus und geben der Ölpreisentwicklung damit wieder Auftrieb. Zusammen mit dem bullisch gelaunten Dollar braut sich ein kräftiges Potential für Preissteigerungen hierzulande auf.

Der Tag der Ölhändler war gestern bestimmt von den neuen Daten über die US-Ölvorräte. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) legten gleichzeitig ihre jüngsten Erkenntnisse vor. Sie fielen schlechter aus, als die Händler das erwartet hatten. Insbesondere die Entwicklung der Benzinvorräte enttäuschte. Damit wird den Marktteilnehmern das latente Problem von zu knapp bemessenen Versorgungskapazitäten wieder vor Augen geführt. Wie erwartet wird das Thema eine Art Dauerbrenner während des Sommers.

Bei der Bewertung der Rohölvorräte sind sich die Berichterstatter uneins. Zwischen ?0,4 und +1,0 Mio. Barrel sehen sie die Veränderung gegenüber der Vorwoche. Heizöl und Diesel entwickelten sich positiv. Beide Organisationen sehen die Produkte deutlich im Plus. Benzin wird unterschiedlich stark aber in der Tendenz gleich schlecht zwischen ?2,0 und ?3,3 Mio. Barrel gesehen.

Die Heizöl- und Dieselvorräte befinden sich knapp unter einem langfristigen mittleren Niveau. Es sieht so aus, als könne bis zum Winter ein ausreichender Vorrat aufgebaut werden. Anders ist dagegen die Lage beim Rohöl. Die gewerblichen Vorräte sind weiterhin nahe den historischen Tiefstständen. Ein Aufbau will sich nicht einstellen. Dabei sind die Rohölzuflüsse auf einem hohen Niveau. Ein großer Teil der Mengen wird weiterhin den strategischen Lagern zugeführt.

Mit ihren knappen Vorräten und ihren knappen Raffineriekapazitäten bleiben die USA eine gleichwertige Gefahr für hohe Preise wie die unsicheren Länder Irak, Venezuela, Nigeria u.a. mit ihren politischen und sozialen Problemen. Was die Verbraucher teuer zu stehen kommt, tut den Ölgesellschaften durchaus gut. Ihre Produktionsmargen sind recht deutlich angewachsen. Eine Änderung des aktuellen Umgangs mit dem Thema ist unter Führung des Ölmanns Bush derzeit in den USA nicht zu erwarten.

Um die heute stattfindende OPEC-Tagung in Wien ist es still geworden. Niemand erwartet eine Änderung der Ausstoßpolitik. Daher ist das Thema bereits so gut wie abgehakt.

Der Dollar hat gestern erneut eindrucksvoll seine Stärke bewiesen. Die zieht er aus positiven Wirtschaftserwartungen. Wenngleich sie nicht uneingeschränkt gut gesehen werden, scheint die Grundstimmung für den bullischen Lauf der Währung auszureichen.

Die Gasölpreise legten gestern kräftig zu. Heute Morgen steigen sie weiter. Mit 238,75$ pro Tonne sind sie rund 2,5% teurer als gestern Früh.

Unsere Heizölpreise legen rasant zu. Unsere Prognose, dass sie sowohl von steigenden Rohölpreisen als auch von einem steigenden Dollar getrieben werden, bewahrheitet sich schneller als angenommen. Wir meinten, dass sich diese Entwicklung langsam einstellen wird. Nun ist sie mit vollem Schwung da. Wir raten Verbrauchern umgehend Heizöl zu kaufen. Wenn man jetzt auf ein Nachgeben der Preise hofft, setzt man sich der Gefahr aus, der Teuerung längerfristig hinterzulaufen.

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