Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Warm-up vor OPEC-Treffen

Am langen Wochenende trafen sich in Madrid Vertreter Saudi Arabiens, Venezuelas und Mexikos um über Öl zu sprechen. Die Länder repräsentieren einen Teil der OPEC- und mit Mexiko der Nicht-OPEC-Staaten. Ein Gespräch dieser drei Großen der Ölwelt hat eine bemerkenswerte Tradition. Als Hauptlieferanten der USA läuteten sie im März 1998 mit einem Pakt für Mengenbegrenzung die Wende in der Ölpreisentwicklung ein. Sie stoppten damit einen kontinuierlichen Wertverlust in Folge von Überproduktion, der nach dem zweiten Golfskrieg einsetze. Es war der Beginn einer Hochpreisphase, die vermutlich bis weit in die vorhersehbare Zukunft anhalten wird.

Das Treffen in Madrid fand wenige Tage vor der nächsten OPEC-Tagung statt, auf der nach dem Willen des OPEC-Präsidenten Attiyah eine Reduktion der Quoten beschlossen werden soll. Die Botschaft, die von den drei Großen ausgesandt wurde, unterstützt seine Forderung nach einem Mengenschnitt.

Es gibt unterschiedliche Gründe, die die Länder zu ihrer Haltung bringen. Im Vordergrund steht die Sorge über die Entwicklung im Irak. Zwar verläuft diese nicht annähernd so positiv, wie das vor wenigen Wochen geplant war. Dennoch liegt für die Ölproduzenten das Damoklesschwert einer Ölschwemme über den Vorgängen. Und dagegen suchen sie mit einer frühzeitigen Mengenreduktion Schutz.

Das erklärte Ziel der OPEC war und ist es, die Preise in einem Band zwischen 22$ und 28$ pro Barrel zu halten. Sie sind bereits am oberen Ende. Ein weiterer Anstieg durch Mengenkürzung scheint kontraproduktiv zu sein. Die Länder quält aber ein übermäßig schwacher Dollar. Um den Kaufkraftverfall zu lindern, wird ein Überschreiten der oberen Preisgrenze akzeptiert.

Venezuela hat ein weiteres Problem. Die Ölindustrie des Landes ist durch die Unruhen um die Jahreswende schwer angeschlagen. Sie findet nicht mehr zur vollen Leistungsstärke zurück. Inzwischen gibt die staatlichen Ölgesellschaft PdV weitere Geldreserven aus, um die Schäden in den Griff zu bekommen. Ein Erfolg wird sich vermutlich nicht einstellen. Die Gefahr ist groß, dass die Instabilität des Systems weiter steigt. Um nicht ständig hinter den Fördermöglichkeiten herlaufen zu müssen, wäre das Land über eine Senkung der Quoten dankbar. Sie gäbe der alten Macht-Clique die Möglichkeit, die marode Lage weiter zu vertuschen.

Der heute bereits hohe Ölpreis wird es den Befürwortern einer Mengenreduktion schwer machen, ihre Forderung durchzusetzen. Das Ergebnis der OPEC-Tagung ist daher vollkommen ungewiss. Zunehmende Ungewissheit ist es auch, die die Ölpreisentwicklung insgesamt treibt. Die im März einsetzende Zufriedenheit über die kriegerische Klärung der lähmenden Lage im Irak schwindet mehr und mehr. Man kann an den Märkten eine schleichende Rückkehr der Vorkriegsstimmung beobachten.

Die gestrige Preisentwicklung ist bezeichnend für die momentane Marktpsychologie. Rohöl verlor zu Handelsbeginn, legte dann um über einen Dollar zu, um schließlich auf dem Niveau zum Handelsbeginn zu enden. Das Ganze findet allerdings bei intaktem Aufwärtstrend statt.

Heute Morgen verliert Gasöl etwas an Wert. Mit 239$ pro Tonne bleibt der Preis aber innerhalb der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise sinken ebenfalls. Dennoch sollte man für die weitere Entwicklung eher steigende Preise erwarten. Noch ist Heizöl trotz des bereits vollzogenen Anstiegs ein Kauf. Die Zeichen mehren sich, dass das im Laufe der nächsten Wochen immer weniger der Fall sein dürfte. Daher raten wir Verbrauchern, sich jetzt einzudecken.

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