Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Warten auf einen Grund

In der vergangenen Nacht fand das zweite Medienereignis der Woche statt, die Rede von George Bush zur Lage der Nation. Aber ähnlich wie der Bericht von Hans Blix am Montag brachte auch diese Show nichts Neues. Und so dümpeln die Ölpreise, die während des Tages eine fast unheimliche Ruhephase durchleben, weiter vor sich hin. Warten auf hohem Niveau lautet die Devise der Stunde.

Natürlich sind die USA zum Angriff bereit. Natürlich könnte das auch im Alleingang geschehen. Aber der guten Form halber verlangt man die Sitzung des Weltsicherheitsrats und zwar schnell. Bush versucht den Druck weiter zu erhöhen, aber die Verbalattacken scheinen nun ausgereizt zu sein. In die Sprache des Öls übersetzt sind sie für einen Brent-Preis bis zu 32$ gut. Die wurden Weihnachten 2002 erreicht. Seitdem ist nach oben Schluss.

Aus Venezuela kommen Meldungen, die die ?Zurück an die Arbeit?-These der staatlichen Ölorganisation PdVSA glaubhaft erscheinen lassen. Rund ein Drittel des vor den Streiks geförderten Öls sprudelt wahrscheinlich wieder. Mehr als zur Entspannung der Preise trägt dieser Umstand aber dazu bei, Venezuela als Thema des Ölmarkts auszublenden.

Heute Nachmittag werden Zahlen über die US-Ölvorräte geliefert. Man erwartet größere Rückgänge vor allen Dingen beim Heizöl. Aber auch für Rohöl werden tiefere Stände vorhergesagt. Sollten sich die Spekulationen bewahrheiten, könnten die Preise einen Grund haben, zu steigen. Denn die Vorratszahlen, die gehandelt werden, deuten auf den niedrigsten Bestand seit Oktober 1975 hin. Damals war die Nachfrage allerdings erheblich geringer als heute.

Der aktuelle Gasölpreis zieht leicht an. Mit 273,50$ pro Tonne steht er über der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise haben sich zur Ruhe gependelt. Im bundesdurchschnittlichen Mittel kostet der Liter 0,365 EUR bei 3000 Litern Abnahmemenge. Das ist teuer aber dennoch 1 Cent unter unseren Erwartungen. Der Dollar wirkt hier als Rabattmarke des Heizölkunden. Die weiteren Aussichten hängen, wie schon seit Wochen, im Wesentlichen von George Bush ab. Nun ist es aber anscheinend nicht mehr das Gebrüll des Löwen, nun ist es der Biss des Löwen, der die Preise bewegt.

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