Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Was nicht ist, kann ja noch werden

Keine politischen Spannungen, keine Naturkatastrophen, keine Engpässe. Es gibt derzeit nichts, was dem Ölmarkt bullische Impulse geben könnte. Statt dessen Nachfrageschwund und Überversorgung in den OECD-Ländern. Finanzjongleuren bleibt nichts anderes, als Geschichten zu dichten, um die Preisbewegung am Einrosten zu hindern. Eine dieser Geschichten war die Erwartung einer fürchterlichen Hurrikansaison. Was nicht ist, kann ja noch werden. Eine andere Geschichte ist Peak Oil. Sie hat immerhin einen sehr realen Kern. Als Preisstimulus kommt sie allerdings zur Unzeit. Vor dem Hintergrund historisch hoher Ölvorräte ist sie schwer vermittelbar. Gestern stiegen die Preise. Sie fragen sich warum? Hier ist die Erklärung: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den USA um gut ein Prozent zurückgegangen. Die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser ist um fünf Prozent gestiegen. Diese Daten lassen erwarten, dass in den USA demnächst wieder mehr Öl nachgefragt wird. Sollten Sie in den drei Sätzen keinen Sinnzusammenhang erkennen, zweifeln Sie bitte nicht an sich. Zweifeln Sie besser an der Zurechnungsfähigkeit der Finanzjongleure. Sie sind geistig ausgetrocknet. Dieser Umstand macht Menschen merkwürdig. Fakt ist nur, dass die Arbeitslosenzahl in den USA so hoch ist, wie während der Rezession Anfang der 1980er Jahre, und der Häusermarkt am Boden liegt. Eine Ölpreisrallye wird es sicher nicht geben. Tendenziell sollte der Preis sinken. Wenn die Finanzszene es schafft, ihn im Seitwärtstrend zu halten, kann sie sich feiern. Der Dollar würde bei sinkendem Ölpreis höchstwahrscheinlich anziehen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Mal was Positives aus der Datenflut zur US-Wirtschaft
FED gibt der Wirtschaft weiterhin billigstes Geld
Spekulation auf harte Hurrikansaison

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Schwache US-Konjunktur
Hohe US-Lagerbestände
Ölnachfrage der OECD-Länder schwach
OPEC liefert zuviel Öl
Sorge um Staatsverschuldungen

Unsere Heizölpreise stiegen gestern. Die Vorgabe von den Ölbörsen zwang sie dazu. Vom Dollar kam keine nennenswerte Reaktion. Die Preisbewegung spielte sich komplett im Rahmen des seitwärts gerichteten Trendkanals ab. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich an diesem Rahmen sobald nichts ändern wird. Tageweise keimt die Hoffnung auf etwas tiefere Preise auf. Diese Hoffnung ist nicht unberechtigt. Die Finanzszene schafft es aber immer wieder, die Preise auf Linie zu halten. So ist auch hier der spekulative Satz angebracht, was nicht ist, kann ja noch werden. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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