Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Weiterer Preisrückgang möglich

Die am Vortag eingeleitete Aufwärtsbewegung der Preise wurde gestern revidiert. Die Aussichten für weiteren Preisrückgang sind damit gut. Der Markt zeigte allerdings, dass die Stimmung labil ist. Kleine Anlässe können die Preisrichtung drehen. Der Dollarkurs setzte sich im Bereich der Verluste des Vortags fest. Sein Aufwärtstrend scheint beendet zu sein.

Die Bullen werden nicht müde, ihre Argumente zu verkaufen. Es sind das Wetter in Form tiefer Temperaturprognosen, eine bald wieder anziehende Nachfrage, die Vorhersage neuer Höchstpreise, die nach den Hurrikanen ausgefallene Verarbeitungskapazität in den USA und der Iran-Atom-Konflikt. Über weite Strecken des Handels hatten sie damit gestern Erfolg. Die Preise folgten der Spur des Vortags und stiegen an.

Als sie die obere Grenze des fallenden Trendkanals erreicht hatten, war das Spiel allerdings zu Ende. Nun setzten sich die Charttechniker durch. Der jüngste Trend spricht für sie. Rohöl beschreibt seit Ende August eine Abwärtslinie. Benzin zeigt seit Ende September eine scharfe Abwärtsbewegung. Der schließt sich Heizöl an, wenngleich das Gefälle deutlich moderater ist. Alle Trends hielten und versprechen damit einen weiteren Preisrückgang. Aktuell bleiben die bullischen Argumente damit Phantasieprodukte.

DOE (Departement of Energy) und API (American Petroleum Institute) legten gestern ihre wöchentlichen Erkenntnisse über die Vorratslage vor. Beide Interessengruppen im Handel, Bullen und Bären, versuchten die Aussagen für sich zu interpretieren. Nach unserer Einschätzung sind sie im Rahmen der aktuellen Probleme als neutral bis positiv für Verbraucher zu werten.

Rohöl: +4,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 3,0 (DOE) bzw. 4,0 (API) Mio. Barrel. Der Produktenrückgang wurde unterschiedlich ermittelt, was angesichts der Höhe unbedeutend ist. Die Importe sind gegenüber der Vorwoche gestiegen und gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Raffinerieverfügbarkeit nimmt langsam zu. Sie liegt bei noch dürftigen 81 Prozent.

Bären führen als starkes Argument für ihre Position den Verbrauchsrückgang in den USA an. Benzin wird 2,0 Prozent geringer nachgefragt als im Vorjahr. Bei Heizöl steht z.Z. ein Minus von 1,4 Prozent. Dieser Umstand neutralisiert den Produktenrückgang in den Lagern und die noch niedrige Raffinerieverfügbarkeit.

Im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Bestände gut. Und auch im Rahmen der letzten fünf Jahre gibt es keinen Grund, in Sorge über die Winterversorgung auszubrechen. Einige Schwarzmaler versuchen unentwegt, den Märkten diese Sorge beizubringen.

Momentan laufen ihre Bemühungen ins Leere. Die Preise fallen wieder. Gasöl im Raum Rotterdam wird heute Morgen deutlich unter den gestrigen Werten gehandelt. Die Tonne kostet aktuell 562 $.

Unsere Heizölpreise setzen ihren Rückgang nach kurzer Unterbrechung fort. Die Chance auf günstigeres Heizöl bleibt weiterhin gut. Spekulative Kaufzurückhaltung scheint nun belohnt zu werden. Es empfiehlt sich, die Preisbewegung eng zu verfolgen. Über dem Marktgeschehen liegt der langfristige Aufwärtstrend, der aktuell lediglich in den Hintergrund gedrängt wurde. Er kann seine Dominanz jederzeit zurückgewinnen.

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