Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Welche Rezessionssorgen?

Die Aktien- und Rohstoffmärkte zogen gestern wieder an. Die Veröffentlichung einiger Wirtschaftsindikatoren ließen die Notierungen an den Börsen steigen. Nachdem in den Tagen zuvor die Angst vor einem Zurückrutschen der USA in eine Rezession die Anleger veranlasste, ihr Anlagekapital in die Weltwährung Dollar zu pumpen, um es dort zu parken, holten Sie es gestern zum Teil zurück und spekulierten wieder auf steigende Aktien- und Rohstoffmärkte. Sie hatten Erfolg.

Liegt Risiko in der Luft, wechseln viele Anleger zum Dollar, weil man davon ausgeht, dass die Währung, die die Weltwirtschaft am Laufen hält, immer benötigt wird. Sie befindet sich in vielen Reservedepots unterschiedlichster Staaten. Den Dollar kann man nicht fallen lassen. Dieser Grundeinstellung folgen immer noch viele Anleger, sodass man sich auf den Herdentrieb verlassen kann, was ihn wiederum verstärkt. Diese Systematik hat Einschränkungen, aber im Großen und Ganzen funktioniert sie. Da die Anleger für ihr Vermögen aber immer die höchste Rendite suchen, wird es so schnell wie möglich wieder abgezogen und in vermeintlich bessere Anlageformen umgeschichtet. Die Kräfte Risiko und Gewinn sind es also, welche die Märkte gegen einander ausspielen.

Zu den sogenannten Fakten und den US-Lagerbeständen, die gestern veröffentlicht wurden: Während sich der US-Arbeitsmarkt immer noch schwer tut und die Bauausgaben in den USA auf ein 10-Jahres-Tief fielen, stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex unerwartet an. Obwohl das Baugewerbe mit ca. 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erheblich an der Wirtschaftskraft der USA beteiligt ist, wurde fast einseitig auf die Wiederbelebung durch die erstarkte Auftragslage gesetzt. Und der Ölmarkt? Die Daten aus dem Ölmarkt wurden wieder einmal ignoriert. Denn die von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) herausgegebenen Zahlen zur wöchentlichen Veränderung in den US-Tanklagern lauten wie folgt:

Rohöl: +4,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein weiterer Aufbau von 3,9 (DOE) bzw. 0,9 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe sind niedriger als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieauslastung ist auf 87 Prozent gesunken. Die Daten der beiden berichtenden Organe wurden als neutral bewertet und hatten keinen Einfluss auf die Preisbildung. Fakt bleibt, dass die USA in der Geschichte nie auf so hohen Ölvorräten saßen wie heute. Das lässt einen unerwartet intensiven Nachfragerückgang erahnen.

Heute Morgen halten die Ölpreise die gestrigen Gewinne, wirken aber schwach. Die Finanzszene wird sich bemühen, diese Gewinne ungeachtet des fundamentalen Widerspruchs, der in ihnen steckt, zu behaupten. Die Tonne Gasöl kostet 643,50 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 73,80 Dollar. Der US-Dollar wird zu 78,20 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise legten gestern zu. Die Aussicht auf tiefere Preise wurde durch das Wiederaufkeimen der Hoffnung auf Wirtschaftswachstum durchkreuzt. Wir erwarten in den kommenden Tagen ein eher unmotiviertes Herumdümpeln. Durch den Ausgleichseffekt zwischen Ölnotierungen und Dollarentwicklung sind keine großen Sprünge bei den Heizölpreisen zu erwarten. Man kann davon ausgehen, dass sich dieser Umstand sobald nicht ändern wird. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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