Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Wenig Bewegung

Nach 13 Jahren hob die UNO die Sanktionen gegen den Irak auf. Für die Ölmärkte ist dieser Beschluss ohne Bedeutung, da er kurz- und mittelfristig keinen Einfluss auf die Liefermengen hat. Der Irak kann kein Öl exportieren. Der Irak braucht Öl von den Nachbarn für den eigenen Bedarf. Den Kriegskoalitionären wird allgemein unterstellt, dass sie sich damit einen gewinnträchtigen Zugriff auf das irakische Öl gesichert hätten. Eventuell könnte das in vielen Jahren der Fall sein. Doch wer weiß, ob sie die Geduld und das Geld für ein langandauerndes Engagement im Irak aufbringen, damit sie eines fernen Tages die Früchte ihrer Arbeit ernten können? Wer weiß, ob sie die Bevölkerung für ihre Absichten gewinnen können oder ob sie sie mit jedem Tag ihrer Präsenz stärker gegen sich aufbringen? Wenn die USA ihre Hegemonialansprüche nicht ablegen, werden der Irak und die gesamte arabische Welt ein uneinschätzbares Pulverfass bleiben. Und das wird niemals der Absicht gerecht, die Ölversorgung zu sichern und die Preise zu senken.

Zum Aufbau des Iraks sind die Kriegsgewinner auf riesige Investitionssummen angewiesen, die sie allein nicht aufbringen können. Das Einfordern des gestern ergangenen UNO-Beschlusses durch die USA ist das Eingeständnis, dass sie mit der Aufgabe im Irak allein überfordert sind. Es stellte sich in wenigen Wochen heraus, dass die USA zwar in der Lage sind, Mauern und Widerstände schnell einzureißen. Sie sind aber nicht in der Lage, ein neues Haus auf dem Bauplatz zu errichten. Dazu brauchen sie die Weltgemeinschaft.

Statt mit Preisrückgängen auf den UNO-Beschluss zu reagieren, zeigten die Märkte gestern den Hang zu steigenden Preisen. Sie wurden von Sorgen über die Benzinversorgung der nächsten Monate getragen. Die USA brauchen während der Sommerperiode hohe Mengen für ihre autofahrende Bevölkerung. Wegen der knappen Vorräte drohen nun Engpässe. Sollten diese über Einzelfälle hinausgehen, ist ein kräftiger preistreibender Einfluss auf die Ölmärkte zu erwarten.

Heute Morgen legt der Gasölpreis geringfügig zu. Zur Stunde steht er bei 225,25$ pro Tonne.

Unsere Heizölpreise treten auf der Stelle. Der erwartete kleine Abschwung innerhalb der Seitwärtsbewegung will sich momentan nicht einstellen. Der Dollar hält seit ein paar Tagen mit Kursgewinnen dagegen. Wir geben die Hoffnung auf etwas Preisnachlass in den nächsten zwei Wochen noch nicht auf. Aber unabhängig davon raten wir auch jetzt uneingeschränkt zum Heizölkauf. So tief lag das Preisniveau schon lange nicht mehr.

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