Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Wenig Chancen auf sinkende Preise

Am Freitag schlossen die internationalen Terminmärkte mit nahezu unveränderten Preisen zum Vortag. Die durch Terror und Streik angespannte Lage begann sich aufzuhellen. Aber Raum für nachgebende Preise wurde dadurch nicht geschaffen. Nur der Dollar zeigte erneut eine deutliche Schwäche, nachdem das US-Leistungsbilanzdefizit auf ein Rekordhoch anstieg.

Die durch Bombenterror zerstörten Pipelines zum irakischen Ölhafen bei Basra sind teilweise repariert. Der vor dem Anschlag 1,6 Mio. Barrel pro Tag starke Ölstrom beginnt wieder zu fließen. Ab Mittwoch soll er vollständig wiederhergestellt sein. Die Aussicht auf die Reparatur dämpfte die Aufwärtsbewegung der Preise bereits am Freitag. Aber Skepsis ob der vielen Anschläge auf Ölanlagen bleibt erhalten.

In Norwegen soll ein Streik der Ölarbeiter, der zu Lieferausfällen führte, in dieser Woche beendet werden. Auch dieser Umstand wurde entspannend aufgenommen.

Die Aussicht auf sinkende Preise ist dennoch gering. Neben der latenten Terrorangst hält die steigende Nachfrage die Preise unter Spannung. Nach Einschätzung der OPEC wird sie im dritten Quartal um 1,7 Mio. Barrel pro Tag wachsen. China ist allein mit 40% an dieser Steigerung beteiligt. Trotz angekündigter Maßnahmen der Regierung ist kein Ende des Nachfragebooms in Sicht. Die weltweiten Fördermöglichkeiten werden voll gefordert, um der Nachfrage zu entsprechen. Ein durch Terror bedingter Ausfall kann das labile Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage jederzeit kippen.

Neben diesen fundamental wenig erfreulichen Aussichten zeigen sich die Spekulanten momentan erstaunlich zurückhaltend. Die Zahl der auf steigende Kurse gesetzten Kontrakte nimmt weiter ab. Die Fonds ziehen sich offensichtlich aus dem Markt zurück, was ihm gut tut.

Charttechnisch dominiert nach wie vor der Aufwärtstrend. Eine spürbare Delle konnte auch der jüngste deutliche Preisrückgang nicht schlagen.

Für deutsche Heizölverbraucher birgt die Marktlage weitere Gefahren. Die Kaufzurückhaltung hat historische Dimensionen angenommen. Im April sank die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr bereits um über 30%. Im Mai sank sie sogar um über 50%. Und aktuell ist keine deutliche Veränderung der Lage zu erkennen. Damit baut sich ein Nachfrageüberhang von gewaltigen Ausmaßen auf. Wenn in den kommenden Wochen nicht damit begonnen wird, diesen abzutragen, kann es im Herbst zu einem nicht zu bewältigendem Nachfrageschub kommen. Der muss mangels ausreichender Transportkapazitäten zwangsläufig zu Preissteigerungen auf dem heimischen Markt führen.

Z. Z. deutet nichts darauf hin, dass Verbraucher mit dem Eindecken beginnen. Zwar wächst das Interesse an Preisinformationen. Aber da die Preise allgemein als zu hoch angesehen werden, hält man sich mit Käufen weiter zurück. Das kann das Preisniveau schließlich noch zusätzlich in die Höhe treiben.

Der Gasölpreis zeigt heute Morgen wenig Regung. Die Tonne koste 321$. Das ist 1,5$ unter dem Schlussstand der letzten Woche.

Unsere Heizölpreise zogen in der letzten Woche spürbar an. Wir rechnen nicht damit, dass die Bewegung in dieser Woche korrigiert wird. Eher sehen wir die Preise bei deutlichen Ausschlägen seitwärts bewegt. Da wir nicht mit dem großen Preisverfall rechnen und die oben beschriebene Gefahr von Preissteigerungen auf dem heimischen Markt im Herbst auf uns zukommen sehen, halten wir einen Kauf auf dem aktuellen Niveau für vernünftig. Sie sollten sich nicht an den extrem niedrigen Preisen des Vorjahres orientieren. Die spiegeln ein falsches Marktbild wider.

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