Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Wer liest weiß mehr

Die Lehrbuchmeinung scheint aufzugehen. Nachdem sich Ölgesellschaften von Kontrakten trennten und die Börse eine verhalten schwache Gangart einlegte, schossen die Preise gestern in die Höhe. Die Bewegung kommt für alte Handelsfüchse nicht überraschend. Die ihr zu Grunde liegende Konstellation findet man in der Börsenliteratur. In den aktuellen Marktberichten werden iranische Raketentests und nigerianische Lieferprobleme wegen der andauernden Rebellenattacken auf die Ölindustrie als Ursache für die Preisbewegung genannt. Diese Tagesthemen sind vergänglich. Die Ölgesellschaften schauen viel weiter in die Zukunft. Dort sehen sie offensichtlich Engpässe. Das erlaubt ihnen weniger mit Papieren und mehr mit Öl zu handeln, um die Gewinne weiter steigen zu lassen. Der Dollar dreht abwärts. Der gestrige Bericht von Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank, an das Repräsentantenhaus zeichnet die US-Wirtschaft in tristen Farben.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Israel droht dem Iran wegen des Atomprogramms
Iran droht mit Schließung der Straße von Hormus
Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
Libyen droht mit Mengenkürzung
OPEC lehnt Produktionserhöhung ab
Hurrikansaison in den USA
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: EU-Angebot an den Iran zur Beilegung des Atomkonflikts
EIA und IEA senken Nachfrageprognosen
Rückgang der OECD-Nachfrage
China setzt Inlandspreise für Ölprodukte herauf
Saudi Arabien bietet mehr Öl an
US-Regierung will Ölkonsum senken
Aufsichtsbehörden um Dämpfung der Spekulation bemüht

Unsere Heizölpreise annullieren den Rückgang der letzten Tage. Die Möglichkeit neuer Rekordpreise ist erneut höher als die Chance auf Linderung. Es ist langweilig, andauernd über Höchstpreise zu schreiben. Dem stehen zwar als Ausgleich Tiefstverbräuche gegenüber. Die sind allerdings nicht nachhaltig. Denn sie sind Folge einer dramatischen Bestandsreduzierung. Viele Verbrauchertanks schreien nach Öl. Erfreulicher wäre es, täglich über echte Erfolge der Heizöleinsparung auf Grund von gestiegener Effizienz zu berichten. Wer sich auf diesen Weg begeben will, sollte mit der Verbrauchsanalyse des eigenen Hauses beginnen.

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