Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Wetterprognosen sind eben Wetterprognosen

Es wird nicht kalt in den USA. Die Haushalte brauchen weniger Heizöl als erwartet und die Handelsidee der Finanzjongleure schlägt fehl. Das kann passieren, wenn man auf längerfristige Wetterprognosen setzt. Aber getreu dem Motto, was interessiert uns unser Geschwätz von gestern, wird flugs eine neue Handelsidee mit ähnlicher Zielsetzung aufgesetzt. Nun kommt der bullische Einfluss nicht vom Wetter, sondern von den kriegerischen Wirren Nordafrikas. Dabei ist nicht Heizöl, sondern Rohöl der bullische Schrittmacher. Das hat gestern schon zu steigenden Notierungen in allen Kategorien geführt. Am meisten stieg US-Rohöl. Diese Sorte trägt am meisten Aufwärtspotenzial in sich, weil sie durch die Entwicklung der US-Infrastruktur besser in den Weltmarkt eingebunden wird. Der über viele Monate zurückgebliebene Preis befindet sich im Anpassungsprozess. Für Europäer spielt dieser Vorgang derzeit keine nennenswerte Rolle. Eine Rolle spielen hingegen die wachsende Förderung in Russland, die eine alte Peak Oil Aussage widerlegt, und ein um 33 Prozent reduzierter Förderplan für das wichtigste Ölfeld im Irak. Die Planänderung könnte bullisch wirken. Sie muss aber nicht bullisch interpretiert werden, da sie nicht die förderbaren Mengen infrage stellt, sondern dem Marktumfeld geschuldet ist. Die Planer meinen nämlich, dass der Ölpreis fallen wird. Da sei es besser, Öl im Boden zu belassen und nicht zu verkaufen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl::
Explosive Lage in Nordafrika
Weniger Öl aus dem Irak
China wächst immer noch rasant
Ölmengen global schlecht verteilt
Freundliche Wirtschaftszahlen in den USA

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Winter bleibt warm
Geldvermehrung durch Notenbanken infrage gestellt
Produzenten bauen Kapazitäten aus
Liefermengen aus der Nordsee sollen kurzfristig steigen
Globale Konjunkturaussichten schwach

Unsere Heizölpreise sinken trotz anziehender Ölnotierungen an den Börsen. Das haben sie dem schwachen Doller und der relativen Ruhe im Binnenmarkt zu verdanken. Die Dollarverluste annullieren die Ölgewinne. Die Binnenmarktlage drückt auf die Handelsmargen. Ich gehe davon aus, dass die kriegerische Lage in Nordafrika in den nächsten Tagen Einfluss auf die Heizölpreise haben wird. Sie werden vermutlich seitwärts bis aufwärts treiben. Im weiteren Jahresverlauf halte ich einen moderaten Preisrückgang aber weiterhin für wahrscheinlich. Nach wie vor gilt, wer Heizöl benötigt, sollte umgehend kaufen. Der Preis ist den Umständen entsprechend gut. Er befindet sich nahe dem letzten Preistief. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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