Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Wie im Lehrbuch

Am Freitag bewegten sich die Preise unspektakulär abwärts. Sie folgten damit einem charttechnisch prognostizierten Verlauf. Fundamental ist diese Bewegung sogar überfällig. Latente Terrorängste, die die Preise in die andere Richtung drängen könnten, traten in den Hintergrund.

Neue marktrelevante Meldungen waren nicht zu verarbeiten. Die Preisbildung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer ausreichenden Versorgung und relativ hoher Temperaturen in vielen typischen Heizölregionen, die den Durst auf Brennstoff stark dämpfen.

Aufmerksamkeit findet die OPEC mit ihrer engagiert geführten Diskussion um die nächste Lieferänderung. Die Ölminister werden sich am 4. Dezember erneut zur ihrer Ausstoßpolitik einigen müssen. Aus Venezuela kommt die Forderung, die Mengen abermals zu reduzieren, um einen möglichen Preisverfall im ersten Quartal 2004 zu verhindern. Einer Mehrheit der Mitglieder scheint aber bewusst zu sein, dass die Preise derzeit zu hoch gelaufen sind, um einen solchen Schritt zu rechtfertigen. Es sieht so aus, als behielten die Befürworter der unveränderten Quotierung die Oberhand.

Nach Meinung von OPEC-Vertretern bilden die aktuellen Preise die reale Versorgungslage nicht ab. Die Preise seien von charttechnisch arbeitenden Handelssystemen und von politischen Stimmungen in die Höhe getrieben worden.

Am Donnerstag kostete OPEC-Öl 29,45 pro Barrel. Der Preis lag den 10. Tag in Folge über der 28$-Marke. Wenn er 20 Tage über dieser Marke liegt, will die OPEC nach eigenem Bekunden mit Liefererhöhungen intervenieren, um die Preise auf ein vernünftiges Maß zurecht zu rücken. Da die Preise nach OPEC.Meinung allerdings nicht durch das Angebot-Nachfrage-Verhältnis sondern durch Spekulation aufgetrieben wurden, würde die Intervention im kritischen Moment doch nicht ausgeführt. So kann man konstatieren, dass die Idee der OPEC, über die Mengenpolitik für Preisstabilität zu sorgen gut ist. Ihre Umsetzung ist aber nur ungenügend praktikabel.

Die spekulativen Kräfte an den Märkten folgen mehrheitlich der Charttechnik. Und die gibt nun wirklich Anlass zur Hoffnung auf fallende Preise. Es sieht so aus, als sollte die Abwärtsbewegung, die am letzten Diensttag einen gehörigen und unerwarteten Dämpfer bekam, nun doch ihren Weg finden. Wir erwarten vom aktuellen Niveau einen Rückgang von mindestens 2 Dollar beim Rohöl. Damit würde OPEC-Öl unter die 28$-Marke sinken. Eine Diskussion über einen möglichen Eingriff wäre nicht erforderlich.

Heute Morgen verliert Gasöl weiter an Wert. Die Tonne kostet zur Stunden 263$.

Unsere Heizölpreise geben nach. Die Preisänderung am Weltmarkt konnte direkt durchgereicht werden, da der Dollar in einer Findungsphase mit wenig Veränderung verharrt. Die jüngste Befürchtung, dass sich Heizöl wider jede Vernunft und Erwartung verteuern wird, scheint sich aufzulösen. Die Aussichten für fallende Preise sind gut. Man sollte allerdings noch keine großen Preisabstürze einplanen. Dafür fehlt derzeit der kraftvolle Antrieb.

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