Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Wie in alten Zeiten

Benzin treibt Ölpreis. So war es am Beginn der Fahrsaison in den USA viele Jahre lang üblich. So ist es heute. Wenn dann noch eine Raffinerie brennt, was in den USA derzeit der Fall ist, ist das der perfekte Plot für eine Bullenstory. Die läuft gerade ungeachtet der wirtschaftlichen Umstände und der Tatsache, dass die Nachfrage von Prognose zu Prognose reduziert wird. Der Benzinpreis hat sich im New Yorker Handel seit Jahresbeginn verdoppelt. Im gleichen Zeitraum ist Heating Oil nur unwesentlich teurer geworden. Rohöl kommt der Verdopplung ebenfalls recht nahe. Die Charttechnik spricht für eine Fortsetzung der Preissteigerung. Die Fundamentaldaten stehen aus unserer Sicht dagegen. Die Marktpsychologie wiederum steht dafür. Spekulanten drängen in den Markt, um dabei zu sein, wenn der Preis steigt. Sie sind damit ein Teil der bullischen Gesamtlage. Der Doller gibt das Kontraprogramm. Er fällt.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Brand in US-Raffinerie
US-Bestände gesunken
Haussierende Aktienmärkte
Konjunktur wird bisweilen freundlicher gesehen
China importierte im April mehr Öl
Lieferausfälle in Nigeria
Gefahr von Ölengpässen wegen mangelnder Investitionsbereitschaft

preisdrückende (bärische) Einflüsse: EIA, OPEC und IEA senken Nachfrageprognose erneut
OPEC lieferte im April mehr Öl
Globale Rezession
Überproduktion von Rohöl
Weltweite Nachfrage sinkt
Öllager randvoll
Goldman & Sachs prognostiziert 45 Dollar/Barrel

Unsere Heizölpreise ziehen an. Der Preischart gibt Anlass zur Sorge, dass Heizöl nachhaltig teurer wird. Nach wie vor fällt es uns schwer zu akzeptieren, dass das angesichts der weltweiten Nachfragesituation tatsächlich geschehen sollte. Noch passt das Bild zu einer Seitwärtsentwicklung der Preise. Eine nüchterne Betrachtung des Ölmarktes legt den Übergang zu einem Aufwärtstrend aber nahe. Zurück zur Vorkrisenzeit ist in wesentlichen Zügen die politische Zielsetzung. Die Preisentwicklung folgt der Parole als erste. In dieser Lage macht es noch mehr Sinn, sich um das Thema Reduzierung des Wärmebedarfs zu kümmern.

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