Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Wie weiter?

Die Lage im Irakkrieg ist aus Sicht einer auf den Kanonendonner fixierten Weltöffentlichkeit recht gut. Es sieht so aus, als könnten die Alliierten die Sache bald mit einem Sieg beenden. Aber was kommt dann? Werden die Eroberer in der Lage sein, die Bevölkerung für sich zu gewinnen? Werden sie das ethnische Konglomerat im Irak von ewigen Scharmützeln gegeneinander abhalten können? Werden sie das Wirtschaftsleben des Staates schnell wieder in Gang bringen können?

Es ist möglich, dass sich momentan das beste aller Bilder zur Lage im Irak ergibt. Die Phantasie, das Land im besten Sinne zu befreien, lebt vor allen Dingen in den USA. Da die amerikanische Phantasie einen großen Einfluss auf die Ölpreise hat, ist es auch möglich, dass sich im Moment der beste aller Ölpreise der jüngeren Geschichte ergibt. Die Sorgen über eine abreißende Versorgung sind verflogen. Die Kurse für Öl sind kräftig gefallen. Charttechnisch befinden sich Rohöl und Gasöl an einem interessanten Punkt. Sie stoßen mit einer aufwärtsgerichteten Unterstützungslinie zusammen, die ihren Ursprung im November 2001 hat. Gibt es von nun an einen moderaten Aufwärtstrend? Spekulation!

Die reale Versorgung hat das Potential für eine kleine Ölschwemme. Wenn die Förderung im Irak schnell wieder in Gang kommt, was sicher das Ziel der Alliierten sein wird, und wenn die Ausfälle Nigerias passee sind, wird es zuviel Öl im Markt geben. Muss der Ölpreis also doch weiter sinken?

Dem kann Saudi Arabiens mit Kürzungen begegnen. Ein Überfluss könnte schnell eingedämmt werden. Die Saudis werden mit Sicherheit die selbst gewählte Rolle des Swing-Produzenten spielen. Die Fördermöglichkeiten des Landes liegen bei über 10 Mio. Barrel pro Tag. Ein intakter Irak gäbe derzeit knapp 3 Mio. Barrel her, in Nigeria könnten die vermissten 0,8 Mio. Barrel wieder auftauchen und aus Venezuela, die angeblich wieder bei voller Stärke fördern, kämen ebenfalls ein Barrel hinzu. Es ergibt sich eine Summe von rund 4 Mio. zusätzlichen Barrel pro Tag. Würde Saudi Arabien diese Menge aus dem Markt nehmen, betrüge die Förderung immer noch 5,5 Mio. Barrel. Das ist sicher weniger als man sich dort derzeit wünscht. Aber wenn die Pflicht es erfordert, wird es so geschehen. Ist eine Überproduktion also nur Fiktion? Können die Preise also nicht weiter sinken? Spekulation!

Keine Spekulation ist hingegen der aktuelle Gasölpreis. Zur Stunde kostet die Tonne 221$. Das ist etwas mehr als im gestrigen Tagesverlauf. Die heftige Bewegung des Preises ist zur Ruhe gekommen.

Unsere Heizölpreise haben ihren Absturz inzwischen ebenfalls beendet. Es gibt Analysten, die den Abwärtstrend der Ölpreise als weiter anhaltend ansehen. Mögen sie Recht behalten. Aber trotz der Möglichkeit auf neue Tiefststände, die in dieser Spekulation steckt, halten wir die Preise jetzt für ausgezeichnet. Auf diesem Niveau dürfte Heizen mit Heizöl wieder zwischen 35% und 40% günstiger sein als Heizen mit Erdgas. Das allein ist Grund genug, sich jetzt einzudecken.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen