Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Wieder auf Spur

Venezuela und der Irak-Konflikt haben alle anderen Nachrichten verdrängt. Die OPEC und das Wetter nehmen z.Z. keinen Einfluss auf das Preisgeschehen. Dabei könnte die OPEC mit ihren Äußerungen für Entspannung sorgen. Es verlautet aus saudischen Mund, dass die Organisation die Fehlmengen aus Venezuela leicht ersetzen könnte. Aber der Markt nimmt diesen freundlichen Akt nicht auf. Hier ist mal wieder Erich Kästner angebracht: Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.

In Venezuela scheint sich die Lage weiter zu verschärfen. Inzwischen wachsen die Befürchtungen, dass das Land in einen Bürgerkrieg schlittern könnte. Von Rückkehr zu einer ansatzweise normalen Ölproduktion kann derzeit überhaupt keine Rede sein.

Der Druck der USA auf den Irak bleibt unvermindert hoch, wenngleich auch moderate Töne mitschwingen. So ist zu vernehmen, dass die USA vor einer Aktion erst den offiziellen Bericht der UNO Ende Januar sehen wollen. Dennoch geht der Truppenaufmarsch in der Region weiter. Und die Militärübungen des Wochenendes wirken auch nicht gerade wie ein Karnevalsumzug.

Am Freitag war es auf den Märkten relativ ruhig. Aber die Preisbewegung suchte nach deutlichen Kursverlusten am Donnerstag wieder die Spur des Trends. In der vergangenen Nacht wurde dann auch noch Fahrt aufgenommen. Heute Morgen steht der Gasölpreis bereits deutlich über den Freitagswerten. Die Tonne kostet zur Stunde 268$.

Unser Heizölpreis geht mit. Insgesamt ist kaum etwas anderes zu erwarten als Preisanstieg. Der Trend macht momentan einen sehr gesunden Eindruck. Die fundamentalen Umstände könnten für Verbraucher kaum schlechter sein. Es ist zu erwarten, dass Venezuela noch einige Spuren auf dem Ölmarkt hinterlassen wird. Der abrupte Ausfall von annähernd 3 Mio. Barrel pro Tag ist nicht ohne Vorbereitung aufzufangen. Insofern sind die Worte der OPEC auch nur als Versuch der Beruhigung zu verstehen. Und die Gefahr weiterer Ausfälle im Falle eines Militärschlags gegen den Irak ist groß. Daher muss man sich darauf einstellen, dass Öl in nächster Zeit teuer werden wird.

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