Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Wieder eine Ente

Öl wurde billiger. Der Rückgang ist bemerkenswert. Mehr als der Abgang selbst beeindruckt seine Ursache. Es handelt sich um eine Falschmeldung zur Freigabe strategischer Reserven in den USA und Großbritannien. Der Vorgang ist das Gegenstück zu einer Meldung von Anfang März, bei der die Preise aufwärts schossen. Damals wurde die Ente von einer explodierten Pipeline in Saudi Arabien in Umlauf gebracht. Die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) als zuständige US-Behörde für „sauberen“ Börsenhandel ermittelt. Kaum zu glauben, dass ihre Arbeit Konsequenzen haben wird. Finanzjongleure stehen nun vor dem Dilemma, das Verlustpotenzial eines defekten Aufwärtstrends und das Gewinnpotenzial einer drohenden militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran für eine Entscheidung zu ihren Ölwetten zusammenfügen zu müssen. Mitleid können sie nicht erwarten, wenn sie sich falsch entscheiden. Das Unternehmen Chevron entschied unterdessen, die Förderung an einem Ölfeld im Meer vor Brasilien einstweilen einzustellen, weil dort unbeherrschbare Lecks aufgetreten sind, über die erhebliche Ölmengen ins Meer gelangten. Es handelt sich bereits um den zweiten Fall dieser Art innerhalb weniger Monate, der die Tiefseeförderung vor Brasilien betrifft. Chevron drohen aus dem letzten Vorfall noch Bußgelder von 11,8 Milliarden Dollar. Die Tiefseeförderung nimmt angesichts versiegender alter Ölquellen rasant zu. Damit nehmen auch Förderprobleme zu, weil die technischen Herausforderungen nicht vollständig beherrschbar sind. Eine Zunahme als Zeichen gut laufender Konjunktur erhoffen sich konservativ eingestellte Ökonomen auch bei der Ölnachfrage. Über die Angebotsseite schweigen sie sich indes aus.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Dementi zu Freigabe strategischer Reserven
Stopp der Tiefseeförderung an einem Feld vor Brasilien
Gute Konjunkturdaten aus USA und EU
Kriegsrasseln in der Iranaffäre
Asiatische Ölnachfrage wächst
Irak kürzt Ölexporte
Ausfälle von Lieferungen aus Südsudan, Jemen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Freigabe der IEA-Reserven derzeit nicht erforderlich
Diplomatie zum iranischen Atomprogramm lebt noch
Irak eröffnet neues Ölterminal
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise sinken. Gestern waren Öl- und Dollarnotierungen auf Verbraucherseite. Zahlenmäßig ist bei dem Rückgang nicht viel herausgekommen. Der Moment zählt möglicherweise mehr als der Betrag. Durch den leichten Preisrückgang wurde nämlich der Durchmarsch des Aufwärtstrends gestoppt. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die Preise einige Zeit lang um das aktuelle Niveau pendeln werden. Ein kleiner Funke Hoffnung zu etwas mehr Rückgang keimt auch auf. Der ist angesichts des Gefahren- und Störungspotenzials in der Ölversorgung allerdings mit großer Skepsis zu betrachten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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