Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Wo bleibt das Maß?

Die Unsicherheit ist beseitigt. Der Irakkrieg wird als Tatsache angesehen. Die Märkte können nun ihr ursprüngliches Prinzip von Angebot und Nachfrage zurückerobern.

Doch was sich in diesen Tagen an den Handelsplätzen für Öl abspielt ist alles andere als die Rückkehr zur Normalität. Die Preise sind im freien Fall. Rohöl verliert seit dem 10. März rund 7$ oder 20% und Gasöl 60$ oder 17%. Und es sieht so aus, als sollte die Talfahrt weitergehen.

Seit Beginn der kräftigen Teuerung im Herbst 2002 sprach man von einer Kriegsprämie auf Rohöl. Kenner der Szene dotierten sie zum Jahreswechsel auf rund 7$. In den letzten Wochen trugen diese Kenner der miserablen Vorratslage Rechnung und stuften die Prämie um 4$ ein. Nun hat sich die Vorratslage bis heute eher verschlechtert denn gebessert. Die 4$-Marke wurde aber schnell durchstoßen. Die 7$ scheinen ebenfalls kein Maß mehr für die Situation zu sein. So keimt der Eindruck auf, dass das, was momentan an den Ölbörsen passiert, nicht die Rückkehr zur Normalität ist, sondern ein erneuter Handel mit Emotionen, die nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun haben. Die Preisbildung bleibt weiter Spielball der Politik und der Phantasie. Und beide sind wankelmütig.

Heute wird es neue Daten über die Vorräte in den USA geben. Sicher dürfte sich die Lage bei Heizöl und Diesel verbessert haben. Die massiven Zukäufe aus Europa sollten langsam Wirkung zeigen. Auch bei Rohöl sollte man inzwischen einen Zufluss bemerken. Doch es ist kaum vorstellbar, dass die Lager sich schlagartig deutlich von ihren historischen Tiefstständen entfernen. Im Herbst 2000 waren die Vorräte ebenfalls knapp und die Preise hoch. Bemerkenswert ist dabei, dass die Vorräte damals weniger knapp waren als heute, die Preise zumindest für Rohöl aber deutlich höher lagen. Politisch befand sich die Welt damals eher im Frieden und wirtschaftlich in Hochstimmung.

Es scheint also weiteren Korrekturbedarf an den Märkten zu geben. Der Gasölpreis startet heute Morgen einen Versuch des Austarierens. Mit 298,25$ pro Tonne steht er höher als gestern.

Unsere Heizölpreise folgten dem Verfall an den Weltmärkten. Der Abschlag viel mit ca. 9% allerdings weniger stark aus. Teilweise geht das auf den Wechsel in der Dollarparität zurück. Teilweise liegt es auch an den Grundkosten wie Steuern, Transport u.a. im Preis. Und es macht sich mal wieder der Hang zur Dämpfung der Übertreibung an den Weltmärkten bemerkbar. Der Spekulation auf einen weiteren deutlichen Abschlag der Preise stehen wir momentan skeptisch gegenüber, obwohl die charttechnische Sicht nichts anderes vermuten ließe. Daher raten wir dem vorsichtigen Verbraucher, der jetzt Heizöl braucht, sich einen Vorrat für 5-6 Monate anzulegen.

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