Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Woche der Entscheidung

In der letzten Woche sanken die Ölnotierungen. Während Rohöl noch unentschlossen zappelte und am Ende nur wenige Cent gegenüber der Vorwoche verlor, legte Heizöl einen stetigen Lauf mit ordentlicher Leistung hin. Minus 6% lautet das Wochenresultat. Ein schöner Abwärtstrend ist zu erkennen.

Am Beginn dieser Woche steht die Frage, ob er hält und ob Rohöl diesem Trend folgt? Die Zeichen stehen nicht schlecht, die Frage verbraucherfreundlich mit Ja zu beantworten. Die Charttechnik lässt eine entsprechende Interpretation zu und die fundamentalen Umstände haben ebenfalls Argumente zu bieten, die für den Fortgang des kurzfristigen Abwärtstrends sprechen.

Die Temperaturen befinden sich auf durchschnittlichem Niveau. Extreme Kälteeinbrüche sind nicht zu erwarten. Die US-Heizöllager haben in den letzten Wochen zwar einen kräftigen Bestandsabbau erfahren. Der Vorrat ist aber immer noch auf einem soliden Level. In diesem Winter sollte es kein Gerede über Versorgungsengpässe beim Heizöl geben. In den US-Rohöllagern konnte nach Wochen dramatischen Rückgangs endlich wieder ein ordentlicher Zufluss verzeichnet werden. Die US-Importe sind so hoch wie lange nicht mehr. Und schließlich spricht einiges dafür, dass die Fonds begonnen haben, ihre Engagements auf steigende Preise aufzugeben. Da aber weiterhin ein hoher Bestand entsprechender Positionen existiert, gibt es noch erheblichen Verkaufsdruck und damit erhebliches Potential für fallende Preise.

Die bärischen Argumente stehen aber nicht allein auf weiter Flur. Auf der anderen Seite sind die trotz der Zuflüsse extrem niedrigen Rohölbestände in den USA zu nennen. Sie befinden sich weiter an der theoretischen Operationsgrenze. Damit gibt es eine latente Gefahr von Raffinerieabschaltungen mangels Nachschub. Die US-Raffinerien sind ohnehin ein nicht sehr zuverlässiges Instrument der Versorgung. In der letzten Woche gab es einige Ausfälle, die für Preisauftrieb sorgten.

Die Psychologie der Märkte wird in dieser Woche im Wesentlichen von der OPEC beeinflusst. Ab morgen treffen sich die Ölminister in Agier, um über die weitere Ausstoßpolitik zu beraten. Sie haben die Befürchtung, dass es im Frühjahr auf Grund des saisonalen Nachfragerückgangs zu einem Preisverfall kommen wird. Daher gibt es die grundsätzliche Bereitschaft, die Förderquoten zu reduzieren. Andererseits wissen die Scheichs, dass die immer noch hohen Ölpreise lähmend für die Wirtschaft sind. Das ist nicht in ihrem Interesse.

Vieles spricht dafür, dass man den Status Quo der Quoten beibehalten wird. Das wäre sicher gut für einen Preisrückgang. Aber selbst wenn die Quoten nicht verändert werden, hat die OPEC Möglichkeiten einer negativen Stimmungsmache. Aktuell fördern die Kartellmitglieder 1,8 Mio. Barrel über der offiziellen Quotierung. Allein der Ruf zur Quoteneinhaltung könnte dem jüngsten Abwärtstrend einen Dämpfer verpassen.

Weiterhin erfreulich für europäische Verbraucher ist die Dollarentwicklung. Nach einem kurzen Aufschwung als Resultat des G7-Treffens kommt die Währung wieder ihrem Hang zum Fallen nach.

Der Gasölpreis bleibt zum Wochenstart unter der 250$-Marke. Die Tonne kostet aktuell 248$.

Unsere Heizölpreise entwickelten sich in der letzten Woche prächtig. Sie verbilligten sich im Schnitt wieder um gut 3% bezogen auf 3000 Liter. In den letzten drei Wochen sind rund 10% Preisvorteil aufgelaufen. Der Süden der Republik profitiert besonders von der Verbilligung. Hier haben sich neue 12-Monats-Tiefs eingestellt. Wir gehen davon aus, dass die Aussichten auf billiges Heizöl mittelfristig gut sind. Kurzfristig könnten Störungen auftreten. Wer einen fast leeren Tank hat, sollte schnell ordern.

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