Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Wunderbar

Nach dem unerwarteten Preisanstieg von 5% am letzten Dienstag ermittelten die Märkte gestern einen in der Richtung erwarteten, in der Höhe überraschenden Preisverfall bis zu 6%. Damit zeigt der Handel, dass er auch in der Abwärtsbewegung klotzen kann. Und es ist nicht das Werk einzelner Händler. Das Handelsvolumen macht deutlich, dass der Abstieg von einer breiten Teilnehmerschar getragen wird.

Bei einem derartigen Schwung stellt sich die Frage, ob das bereits der Einstieg in einen größeren Abstieg war. Nach Meinung der OPEC sollten die Preise im Verlauf des Wintern kräftig fallen, weil der Markt sich als überversorgt entpuppen wird. Nun ist die Aussage sicher nicht als Fakt sondern als Mittel zum Zweck möglicher weiterer Lieferkürzungen zu sehen. Ob es wirklich soweit kommen wird, vermag derzeit niemand sicher zu beurteilen. Dass es umgehend einen Durchmarsch nach unten geben wird, halten wir für unwahrscheinlich. Der Winter beginnt erst. Das Wetter kann sich komplett anders entwickeln. Kälte könnte einen sprunghaften Bedarfsanstieg provozieren. Deshalb wird es, wenn der Preis übermäßig stark fallen sollten, neue Käufer geben, die genau auf diese Umstände spekulieren und damit den Preis vor einem Absturz bewahren.

Möglicherweise beinhaltete der gestrige Tag bereits die gesamte Wochenbewegung der Preise. Am kommenden Wochenende ist in den USA Thanks-Giving. Das veranlasst viele Broker zu einem Urlaub, den sie im Verlauf der Woche beginnen werden. Eventuell betrachten sie ihre Wochearbeit per gestern als erledigt.

Die Abwärtsbewegung wird fundamental weiterhin durch das Wetter und durch die Haltung der OPEC unterstützt. Zwar gibt es Stimmen, die sich verwundert zeigen, dass die OPEC im November die angekündigte Kürzung von 0,9 Mio. Barrel mit 0,8 Mio. Barrel pro Tag weitgehend umzusetzen scheint. Die Diskussion ob nun geringere, unveränderte oder gar höhere Quoten in der kommenden Sitzung beschlossen werden sollen, wird derzeit aber eher bärisch interpretiert. Die Sorge über den Verlust von Marktanteilen wird innerhalb der OPEC lauter.

Charttechnisch ist die Abwärtsbewegung im Plan, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt in derartigen Kategorien denken darf. Die gestern übertriebene Ausprägung weckt die Erwartung einer Gegenreaktion. Dennoch ist nach unserer Einschätzung mehr Abwärtspotential enthalten.

Die volle Wucht der Abwärtsbewegung wird uns Europäern nicht zuteil. Der Dollar hat gestern wieder Stärke geschöpft. Er hat einen Gewinn von rund 1,5% zu verbuchen. Damit bleibt aber immer noch eine ordentliche Portion Ölpreisverlust als Guthaben erhalten.

Gasöl verbilligt sich heute Morgen weiter. Inzwischen kostet die Tonne 250,50$.

Unsere Heizölpreise entwickeln sich prächtig. In den letzten zwei Tagen haben sich alle Sorgen über einen möglichen Aufwärtstrend verflüchtigt. Wenn die Bewegung in den nächsten Wochen seitwärts verläuft, wird sich zumindest eine weite Spanne aufreißen, die wieder recht attraktive Einkäufe ermöglichen wird. Für die Vorhersage eines fulminanten Preisabstiegs ist es uns noch zu früh. Wir erahnen im Verlauf des Winters einige Konterbewegungen nach oben.

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