Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Yellen lässt Heizölpreise steigen

Internationaler Markt

Die US-Notenbank-Chefin sprach und beeindruckte die Märkte. Sie erklärte die US-Konjunktur und insbesondere den US-Arbeitsmarkt leicht überraschend als stabil bis gut. Natürlich blieben auch Mahnungen nicht aus, aber insgesamt überwog die Botschaft, dass die Wirtschaft in den USA läuft und die expansive Geldpolitik der Fed schneller enden könnte, als zuletzt angenommen. Insbesondere die Möglichkeit höherer Zinsen gab den Devisenmärkten einen Schub. Für den Euro war dies eine schlechte Nachricht und ließ ihn im Vergleich zum Dollar sinken.

An den Ölbörsen gab es dagegen nichts Neues. Die USA sind historisch gut mit Rohöl versorgt, so darf es, trotz der vielen Berichte in den deutschen Medien, nicht verwundern, dass die Ölpreise eher nachgeben. Immerhin fördert die USA so viel Öl wie seit 25 Jahren nicht mehr. Das beeindruckt auch die New Yorker Spekulanten. Es geht sogar soweit, dass die USA demnächst seit über 40 Jahren wieder Öl exportieren werden. Gleichzeitig sind die Krisen der Welt eher ein Hemmschuh für die Weltwirtschaft. Der Verbrauch von Rohöl wird durch Russland, das sein Wirtschaftswachstum gerade auf dem Altar der Ostukraine opfert und Europa, das bereitwillig mitmacht, bis hin zu den Unruhen und Kriegen im Nahen Osten gebremst. Aber auch die Rede der US-Notenbank-Chefin Yellen lässt einigen Spekulanten das Blut in den Adern gefrieren. Höhere Zinsen? Sind doch etliche Staaten und Unternehmen der Welt hoch verschuldet. Ziehen die Zinsen wirklich an, muss mehr Geld für den Schuldendienst aufgewendet werden und es bleibt weniger für Investitionen und Innovationen. Die Tendenz eher freundlicher Ölpreise wird uns wahrscheinlich erhalten bleiben.

Charttechnisch sieht die Situation insbesondere bei den Öltiteln anders aus. Die Kursverluste der letzten Zeit geben Anlass zur Sorge, dass rein technisch bereits Gegenreaktionen angelegt sind. Aufgrund automatischer Handelssysteme kann es zu Käufen kommen, weil der Moment als günstig eingestuft wird. Kaufimpulse sind charttechnisch vorhanden.

Heute Morgen ziehen die Notierungen an den Ölbörsen leicht an, stehen aber im Vergleich zu Freitagmorgen etwas tiefer. Charttechnisch ist auch noch einiges zu gewinnen. Die Tonne Gasöl kostet 860,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,50 Dollar und in London zu 102,10 Dollar gehandelt. Der Dollar steht bei 1,3206 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich wenig. Sie dümpeln im kurzfristigen Aufwärtstrend herum. Dabei neigen sie dazu, den mittelfristigen und langfristigen Tendenzen nach unten zu folgen. Dadurch ist der preistreibende Einfluss der kurzfristigen Entwicklung eher schwach.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Auch am vergangenen Wochenende wurde die insgesamt günstige Lage zum Kaufen genutzt. Eine Abschwächung ist noch nicht in Sicht. Der Handel, der teilweise im Urlaub ist und teilweise in der Belieferung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Diesel steckt, bekommt leichte Auslastungsprobleme. Das nimmt Transportkapazitäten aus dem Heizölgeschäft und erhöht die Lieferzeiten. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen sehr zufrieden sind.

Die Mehrheit in unserer Lesereinschätzung, die auf noch bessere Preise hofft, schrumpft weiter. Gleichwohl geht eine kleine Mehrheit davon aus, dass der Heizölpreis weiter fällt. Wer auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen. Dabei sollte man die längeren Lieferzeiten berücksichtigen.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt wieder ein negatives Signal. Das ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Preise in der nahen Vergangenheit nur noch wenig bewegt haben. Sollten die Preise wirklich noch etwas nachgeben, wird es sicher wieder ein positives Signal auswerfen. Dass die Signale in einem wenig ausgeprägten Abwärtslauf generiert werden, deutet auf den seitwärts gerichteten Grundcharakter der Preisentwicklung hin.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Der muss nun aber bald eintreffen, sonst bleibt auch hier ein Seitwärtstrend zu vermelden. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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