Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Zahlenschrott oder Schrottzahlen

An den Börsen will man Zahlen sehen. Mit ihnen macht man Stimmung. Und Stimmung macht Preise. Es herrscht der Glaube, dass Zahlen das messbare Weltgeschehen klar und unmissverständlich ausdrücken. Zahlen seien harte Fakten. Börsianer lieben Zahlen. Von ihnen können sie gar nicht genug bekommen. Deshalb bekommen sie sie als permanente Überdosis. Allein in dieser Woche wurde ein Wust von Zahlen ausgeschüttet, der die Wirtschaftslage in allen erdenklichen Verfassungen erscheinen ließ. Jeder konnte sich aussuchen, was ihm gefiel. Die Gegenposition für eine ausgesuchte Beschreibung war mit Sicherheit auch im Haufen von Zahlen zu finden. Mit etwas Abstand betrachtet ist die Zahlenflut absurd. Sie verstellt den Blick für das Wesentliche. Und sie lässt wesentliche Veränderungen nicht zu. Denn Zahlen sind der Auswurf von Modellen. Das sind reduzierte Abbildungen der Zusammenhänge, die die Modellbauer für Realität halten. Längst liegt der begründete Verdacht vor, dass die verwendeten Modelle die Realität nicht erfassen und dass an den Börsen Irreales gehandelt wird. Es trieb die Ölpreise im Widerspruch zur realen Marktlage in die Höhe. Aktuell scheinen Spekulanten über den Höhenflug zu sinnieren. Er ist nämlich gestoppt. Eine Rücknahme wenigstens in Teilen liegt in der Luft. Beim Dollar ist man sich weiterhin einig, dass der abgewertet werden muss. So geschieht es auch.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Positive Unternehmensnachrichten und EU-Konjunkturzahlen
Spekulation auf harte Hurrikansaison
Schwacher Dollar

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Enttäuschende US-Wirtschaftsdaten
Hohe US-Lagerbestände
Ölnachfrage der OECD-Länder schwach
OPEC liefert zuviel Öl

Unsere Heizölpreise drehten gestern abwärts. Der Aufwärtsschub an Ölbörsen ist zunächst beendet. Der Dollar hielt sich indes im Abgang. Die Lage hellt sich für Verbraucher ein wenig auf. Die Gefahr, dass Finanzjongleure weiterhin daran arbeiten, sich mit steigenden Ölpreisen zu bereichern, ist nicht gebannt. Sie ist lediglich betäubt. Derzeit sehen wir eine 51/49-Chance für niedrigere Preise. Ein möglicher Abgang bleibt aber nach unten begrenzt. Auf tiefere Heizölpreise zu spekulieren, als im Juli erreicht wurden, halten wir für übertrieben. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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