Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Zinsschwellen hin oder her

Die Gedankenspiele des Herrn Draghi beruhigten die Märkte nur kurz, aber sie beruhigten sie. Gegen eine Zentralbank kann man nicht wetten, wenn sie gewillt ist, alles zu tun, was nötig ist, um die Zinsen für Staatsanleihen zu senken. Das ist eine Binsenweisheit. Leider oder zum Glück ist das in Europa nicht ganz so einfach. Die EZB ist nämlich nicht dafür geschaffen worden, klamme Staaten zu stützen und eine Haftungsgemeinschaft de facto zu schaffen. Ganz im Gegenteil. Deswegen blieb die Reaktion wohl auch gering. Denn allen Beteiligten dürfte klar sein, dass ein massiver Anleihekauf gegen die deutsche Bundesbank wenig wahrscheinlich ist. Und von dort kommt Gegenwind. Interessant ist vielleicht noch, dass kaum das Argument, dass ein großangelegter Anleihekauf eher die Inflation schürt, als den Währungsraum vor einer Inflation zu schützen, vorgetragen wird. Vielmehr wird das Demokratiedefizit in den Vordergrund geschoben. Vielleicht auch deswegen, weil dies tatsächlich gegeben ist und die Inflationssorgen nur auf Annahmen beruhen. Dennoch konnte der deutsche Heizölverbraucher gestern vom Gedankenspiel des Chefs der Europäischen Zentralbank profitieren, denn der Euro blieb auf Spur. Dafür verloren die Ölnotierungen weiter an Boden und beendeten den Handelstag unter den Anfangskursen. Sie gaben aber eher aus technischen, als aus fundamentalen Gründen nach. So ging es um ganz banale Gewinnmitnahmen, die zum Abgang der Notierungen führten. Diskussionen um die Freigabe der strategischen Reserven in den USA sind wohl nur dem Wahlkampf geschuldet. Solche Diskussionen haben, wie Lügen, kurze Beine.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stützungsaktionen von Politik und Notenbanken erwartet
Kalter Krieg um iranisches Atomprogramm wird heißer
Krieg in Syrien destabilisiert Nahen Osten
Irans Öllieferungen werden boykottiert
Nordseeölanlagen im Wartungszyklus
Zu viele Ölkäufer in Europa
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturaussichten
IEA senkt Prognosen zur Ölnachfrage
Schuldenkrise in Europa
OPEC produziert noch über Quote
Hohe Ölbestände weltweit (noch)
China importiert Öl aus dem Iran

Unsere Heizölpreise fallen noch ein wenig. Das war bis zuletzt kaum zu erwarten, weil die Aussicht auf frisches Geld in der Regel zu steigenden Rohstoffnotierungen und einer Schwächung des Euro geführt hatten. Diesmal kommt das Geldgeschenk aber nicht von den diffus agierenden europäischen Regierungen, sondern von der EZB, die im Anleihemarkt intervenieren will. Das macht ein baldiges Auseinanderbrechen des Euroraumes unwahrscheinlich und sichert deswegen den Eurokurs. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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