Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Zu fester Trend?

Die letzte Woche hievte die Preise weiter in die Höhe. Dabei erreichte Texas-Öl zum Handelsschluss am Mittwoch ein 13-Jahres-Hoch. Bis zum Wochenende ließ der extrem stabile Aufwärtstrend die Preise nicht locker. Und auch in der dieser Woche wird er sie fest im Griff haben. Zu allem Überfluss wurden die heimischen Heizölpreise auch noch von Mangelerscheinungen der inländischen Versorgung erfasst. Ihr Anstieg verlief stärker als der Anstieg am Weltmarkt.

Die Nachrichtenlage wird ausschließlich bullisch interpretiert. Die Liste der Einflussfaktoren ist lang. Es ist für jeden, der auf steigende Preise setzt, etwas dabei. Man kann aus folgenden Themen wählen: Ängste um ein Ausbreiten des Al-Kaida-Terrors, bestätigte Kürzungsabsichten der OPEC, gigantischer Ölbedarf der asiatischen Wachstumsländer, kritische Benzinversorgung in den USA, Unruhen in Venezuela, Explosive Lage in Palästina, bullisch eingestellte Fonds mit reichlich Geld und natürlich der Trend selbst. Nichts von all dem kann die Ölversorgung momentan ernsthaft gefährden. Aber an den Märkten wird so gehandelt, als sei Öl bereits jetzt eine knappe Ware.

Die OPEC lässt kaum einen Tag vergehen, an dem sie nicht ihr Bedauern über die hohen Preise zum Ausdruck bringt. Für eine Änderung ihrer Ölpolitik sieht sie aber keinen Anlass. Sie begründet das immer wieder mit einem bevorstehenden Nachfrageeinbruch im zweiten Quartal.

Die Aufwärtsbewegung am Weltmarkt zeigte bisher keine Überhitzungserscheinungen. Das ist ein Zeichen für einen gesunden Trend. Die Preise halten sich mittlerweile allerdings bemerkenswert lange am oberen Rand des Trendkanals. Sie drohen sogar nach oben auszubrechen. Das könnte doch der Beginn einer Überhitzung sein, an deren Ende ein Preissturz zu erwarten wäre.

Die großen Fonds haben ihre Positionen auf steigende Kurse weiter aufgelöst. An ihre Stelle treten kleine Spekulanten. In Summe ist die Zahl der Long-Kontrakte immer noch auf einem historischen Höchststand.

Der Dollar hat seine Hilfestellung für moderate Ölpreise in Europa reduziert. Sollte er jetzt zu einem Aufwärtstrend finden, würde es bitter für Verbraucher auf dem alten Kontinent werden. Experten rechnen nicht mit dieser Möglichkeit. Sie erwarten Dollarkurse, die eher in Richtung Februartief ziehen.

Gasöl ist heute Morgen etwas billiger als am Freitag Morgen. Die Preise sind dennoch weiterhin hoch. Die Tonne kostet 311,50$.

Unsere Heizölpreise legten in der letzten Woche eine unverschämte Entwicklung hin. Sie stiegen steil auf. Dabei übertrafen sie die aufstrebenden Weltmarktpreise deutlich. Heizöl ist im Inland knapp, obwohl die Nachfrage extrem gering ist. Wahrscheinlich haben Importeure und Raffineriegesellschaften auf Grund der hohen Weltmarktpreise und eines erwarteten Preisrückgangs nicht mehr eingekauft. Nun sind die Lager leer. Nachschub muss noch teurer bezahlt werden als zuvor. Das deutet darauf hin, dass uns das hohe Preisniveau noch einige Zeit erhalten bleibt. Der Preisvorteil gegenüber dem Vorjahr beträgt nur noch 6,5%. Vor einer Wochen waren es noch 25%.

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