Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Zu früh gefreut

In Venezuela ändert sich vorerst nichts. Ein Gericht vertagt ein für den 2. Februar angesetztes Referendum auf unbestimmte Zeit. Das bedeutet Stillstand. Und Stillstand bedeutet Streik und Produktionsausfall. Ein paar kleine Gruppen ehemals streikender Arbeiter schaffen zwar für eine Notförderung, aber ein nennenswerter Aufbau der Produktion hat auf diese Weise keine Chance. Es wird also auf unabsehbare Zeit bei einer Fehlmenge von ca. 2,5 Mio. Barrel täglich bleiben. Die wirkt mehr auf die Psyche als auf die Versorgung. Aber wen interessiert das schon, wenn das Ergebnis das gleiche ist, nämlich hohe Preise?

Das alles bestimmende Thema ist wie so oft in letzter Zeit allerdings nicht Venezuela sondern der Irak. Heute ist der Tag des Herrn Blix. In seinem Bericht über das bisher gefundene Waffenarsenal des Saddam Hussein wird er mit großer Wahrscheinlichkeit keine Überraschungen präsentieren. Die Essenz seiner Arbeit wird lauten ?mehr Zeit?. Und George Bush wird ihm zähneknirschend mehr Zeit geben. Damit geht das Tauziehen um den Irak weiter. Den Preise wird der Mutterboden aus Unsicherheit und Kriegsspekulation erhalten bleiben, um prächtig wachsen zu können.

Nun gibt es sogar die Idee, dass George Bush über die geforderte Zeit nicht nur genervt sein wird. Eventuell könnten die USA diese Zeit sogar benötigen, um für den Kriegsfall das Schlimmste zu verhindern. Es ist nämlich davon auszugehen, dass Saddam Hussein im Stile Hitlers bereit wäre, sein eigens Land in das totale Verderben zu schicken, indem er seine Ölfelder anzündet. Damit würde er mit Sicherheit den größten denkbaren Schaden für die gesamte Welt anrichten. Den USA fällt also die Aufgabe zu, diese Zerstörungspläne mit Sicherheit zu vereiteln. Es ist gut möglich, dass sie das noch üben müssen.

Vor diesem Hintergrund macht sich der Gasölpreis heute Morgen mal wieder für einen neuen Angriff auf den Preisgipfel auf. Die Tonne kostet zur Stunde 273$. Das ist liegt nur wenig unter dem Zweijahreshoch von Anfang Januar.

Unsere Heizölpreise ziehen ebenfalls an. Sie werden dennoch deutlich entfernt von ihrem Hoch zur Weihnachtszeit bleiben. Der schwache Dollar verschafft ihnen einen Vorteil zum Weltmarkt. Seit dem 24.12.02. ist die US-Währung um gut 5% zum Euro gefallen. Dieser Wert kann nun als Rabatt auf Öl angesehen werden. Die am Freitag beschriebene Hoffnung auf weiteren Preisdruck ist nach Richtigstellung der Lage in Venezuela allerdings verflogen. Es sieht alles danach aus, als könnten die Preise nur eine Richtung einschlagen: Aufwärts.

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