Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Zu früh gefreut

Der angeschlagene Aufwärtstrend am Weltmarkt zeigte gestern Zähne. Rohölnotierungen wurden mit einem gewaltigen Satz von rund 6% in die Trendschiene zurückgeschoben. Gasöl (EU) und Heizöl (USA) kamen aus Verbrauchersicht besser davon. Sie stiegen ohne den kurzfristigen Abwärtstrend aufzugeben.

Der Markt hatte endlich eine neues Thema gefunden. Feuer und andere technische Probleme legten zwei Raffinerien und eine Pipeline in den USA lahm. Nach der Nachrichtendürre hauchten die schlechten Meldungen den Börsen Aktionismus ein. In diversen Panikanfällen wurden die Preise hochgetrieben.

Die fundamentale Lage bleibt trotz der Raffinerieabschaltungen unverändert. Normale bis warme Temperaturen, wenig Rohöl aber ausrechend Heizöl und Erdgas in den US-Lagern, restriktive OPEC-Quoten und eine Förderung deutlich über diesen Quoten, so sieht die Gegenwart aus. Die nahe Zukunft soll wieder tiefere Temperaturen bringen und eine Diskussion auf dem OPEC-Meeting am 10. Februar über die zukünftige Ausstoßpolitik. Das Timing des gestrige Preisanstieg könnte sich als positiv erweisen, denn es erhöht den Druck auf die OPEC, sich der Hochpreisphase zu stellen. Eine Kürzung der Förderung aus Furcht vor einem Preisverfall im Frühjahr wird schwer durchzusetzen sein.

Heute zeigt sich, dass die Investmentfonds in der letzten Woche immer noch sehr bullisch eingestellt waren. Entgegen den Erwartungen haben sie ihre Positionen auf steigende Kurse noch nicht aufgegeben. Nur die kleinen Spekulanten hatten in der letzten Woche verkauft und den Preissturz ausgelöst.

Charttechnisch gibt es keinen Zweifel. Rohöl ist glasklar im Aufwärtstrend. US-Heizöl ist ebenfalls in den längerfristigen Trendkanal nach oben zurückgekehrt. Hier könnte man allerdings noch auf den Fortgang des kurzfristigen Abwärtstrends hoffen. Lediglich europäisches Gasöl hatte deutlich mit dem Aufwärtstrend gebrochen und konnte ihn gestern auch nicht reaktivieren. Davon profitieren die Heizölpreise hierzulande.

Vom Dollar ist keine preisbeeinflussende Regung zu vernehmen. Verhaltenes Zittern um eine konstante Mitte wird bis zum G7-Treffen am Wochenende prognostiziert.

Gasöl verteuert sich heute Morgen wieder. Die Tonne kostet 262,50$.

Unsere Heizölpreise mussten steigen. Sie folgten den Vorgaben des Gasöls. Durch diese Bindung blieb ihnen eine dramatische Preisänderung erspart. Gut 1% ist die Folge, während Rohöl um 6% stieg. Die Entwicklung der kommenden Tage schätzen wir neutral ein. Der erhoffte Preisverfall wird kaum eintreten. Die Preise sollten allerdings auch nicht nennenswert steigen. Für notwendige Winterkäufe sind sie weiterhin ausgezeichnet.

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