Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Zu freundlich kommt nicht an

Die USA werden in diesen Tagen von einer Serie freundlicher Konjunkturdaten überschüttet. Mag sein, dass sie die Stimmung im Volk ausdrücken. Die würde in dem Fall lauten, uns geht es nicht gut, machen wir etwas daraus. An den Börsen macht man gar nichts daraus. Die Aktiennotierungen gaben in dieser Woche nach. Die Ölnotierungen folgten ihnen. Das jüngste Treiben spielt sich in einem kurzfristigen Aufwärtstrend und einem mittelfristigen Seitwärtstrend ab. Mit etwas Glück folgt nun eine ausgeprägte Gegenbewegung zum Preisanstieg der letzten sechs Wochen. Ist Pech im Spiel, setzt sich der Aufwärtstrend in Kürze fort. Ein Grund für die ungewöhnliche Datenresistenz der Finanzjongleure ist die Euro-Problematik. Sie zieht immer größere Kreise. Gestern ließen sich die Akteure für einen Moment von Mario Montis Plänen zur Rettung Italiens einnehmen. Das verschaffte dem Euro etwas Luft. An seinem Abwärtstrend änderte es allerdings gar nichts. Die Schuldenlage innerhalb der Eurozone wird der Währung weiter zusetzen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Freundliche Konjunkturdaten aus den USA
Gute Wirtschaftsdaten aus China
US-Bestände sinken
OPEC erhöht Nachfrageprognose
Ölkonsum der Wachstumsländer wächst
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
Kriegsdrohungen zwischen Israel und Iran

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Negative Konjunkturerwartungen in EU und USA
Schwache Nachfrage der reifen Industriegesellschaften
Libyen baut Produktion rasch wieder auf
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Plausible Sanierungsrezepte fehlen

Unsere Heizölpreise geben nach. Gestern ließ ihnen der wenig veränderte Dollar genug Spielraum, um auf die fallenden Ölnotierungen zu reagieren. Das war in den Tagen zuvor nicht der Fall. Der Einfluss des steigenden Dollars übertraf den preisreduzierenden Effekt der Ölnotierungen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Heizölpreise das Produkt aus in Dollar notiertem Öl und dem Dollarkurs selbst sind. Wenn der Euro unter Druck steht, d.h. wenn der Dollar steigt, wird Heizöl teurer, sofern der Rückgang der Ölnotierungen nicht ausreichend stark ist. Aus diesem Grund kommt es vor, dass der Heizölpreis trotz sinkender Ölnotierungen steigt. Derzeit befindet sich Heizöl im Aufwärtstrend. Sollten die Ölnotierungen weiter nachgeben, könnte er in einen Seitwärtstrend übergehen. Besseres erwarten wir für Verbraucher nicht, da der Euro nach unserer Einschätzung weiter fallen wird. Sollten die Ölnotierungen hingegen in Kürze wieder steigen, wird Heizöl noch teurer werden. Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, das Heil in der Senkung des eigenen Verbrauchs zu suchen. Dabei kann die hier vorgeschlagene Einsparinvestition nur ein Teil der Lösungsfindung sein. Der andere Teil muss in der Aufwertung der thermischen Haushülle gesucht werden. Einfacher ausgedrückt, die Dämmung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen