Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Zufällige Bewegung

Mit einer doppelten Überraschung endete das Jahr 2003. Die Rohölbestände sind in der Weihnachtswoche erneut deutlich gesunken. Die Preise fielen wider aller Logik nach der Veröffentlichung der Vorratszahlen.

Vier Wochen in Folge sanken die Rohölvorräte. Das trieb die Preise kräftig aufwärts. Am Heiligabend kam die Erlösung. Endlich wurden wieder steigende Bestände gemeldet. Doch eine Woche später zeigt sich, dass die Rohölvorräte längerfristig sinken. Ein neuer Tiefpunkt wurde bekannt gegeben. Er ist 0,9 Mio. Barrel oder 0,3% von einem Allzeittief seit Aufzeichnung der Lagerdaten entfernt.

Es ist durchaus besorgniserregend, was API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) zu Silvester ablieferten. Für Rohöl gaben sie -8,3 bzw. -3,8 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche zu Protokoll. Das sind starke Zahlen. Heizöl und Diesel wurden mit +0,1 bzw. +0,7 Mio. Barrel fast unverändert gemeldet. Benzin konnte eine Aufbesserung von +1,6 bzw. +0,6 verbuchen. In Summe ergibt sich damit ein Rückgang von 6,6 bzw. 2,5 Mio. Barrel. Die Differenz zwischen den Angaben ist groß. Die Tendenz ist aber eindeutig.

Und wieder stellt sich die Frage: Droht die Versorgung aus dem Ruder zu laufen oder ist der Rückgang gewollt? Zeigt sich darin der Hang der Industrie zur just in time Produktion, d.h. zur geplanten Reduktion der Vorräte, um Kosten zu senken?

Die Reaktion des Ölmarktes legt die Vermutung nahe. Denn wider früherer Verhaltensweisen sanken die Preise trotz der äußerst bullischen Vorgaben durch die Bestandsdaten. Da die Preise allerdings aus einem extrem volumenarmen Handel stammen, können sie nicht als signifikant angesehen werden. Es ist äußerst wahrscheinlich, dass die Preise ab Montag, wenn der Handel wieder von der normalen Zahl der Marktteilnehmer bestritten wird, kräftig anziehen.

Unterstützung werden die Notierungen dann auch vom Wetter bekommen. Nach den Vorhersagen werden die Temperaturen sinken. Das wird die Heizölvorräte, die momentan gut sind, vermutlich schnell reduzieren. Und damit droht eine Beschleunigung der Preistreiberei auf Grund der Bestände.

Von der OPEC ist immer noch keine Veränderung ihrer restriktiven Lieferpolitik zu vernehmen. Lediglich der Dollar scheint seinem Trend treu zu bleiben. Man rechnet mit dem Fortgang des Preisverfalls.

Gasöl ist heute Morgen billiger. Eine Reaktion auf die gefallenen Preise vom Mittwoch. Der Preis von 270$ pro Tonne hat allerdings keine breite Handelsbasis.

Unsere Heizölpreise geben etwas nach. Den vollen Rückgang der Weltmarktpreise werden sie kaum mitmachen, da der heimische Handel die zufälligen Bewegungen der handelsschwachen Börsen ausgleichen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Heizölpreise in den kommenden Wochen steigen werden, wächst. Daher raten wird zum kurzfristigen Kauf einer Wintermenge.

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